Springer wächst dank Immobilien- und Jobportalen

(Ausführliche Fassung) - Für den Medienkonzern Axel Springer zahlt sich der Fokus aufs Digitale weiterhin aus. Auch im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen bei Umsatz und operativem Ergebnis wieder ein solides Plus, das erneut zum grossen Teil über ein starkes Online-Rubrikengeschäft zustande kam. Aufgrund von Einmaleffekten fiel zwar der Konzernüberschuss deutlich geringer aus - bereinigt sei er jedoch ebenfalls angestiegen, erklärte Springer am Mittwoch in Berlin.
08.11.2017 10:14

An der Börse reagierten die Anleger verhalten: Die im MDax beheimatete Springer-Aktie pendelte am Morgen um ihren Schlusskurs. Einem Händler zufolge hat der Konzern zwar stark, aber gleichwohl grösstenteils wie erwartet abgeschnitten. Die bestätigte Prognose erscheine ihm zudem etwas konservativ.

Der Konzernumsatz von knapp 860 Millionen Euro (rund 7 Prozent mehr als im Jahr davor) wurde hauptsächlich von den Werbeerlösen im Rubrikengeschäft getragen. In diesem Segment, zu dem die Online-Portale Stepstone und Immowelt gehören, erwirtschaftete Springer 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei kam das mit Abstand meiste Geld wieder über die Stellenanzeigen herein. Aber auch bei der Vermarktung von Onlinewerbung ging es mit einem Plus von rund 13 Prozent weiter bergauf.

Schleppend lief es hingegen wieder im Mediengeschäft mit Namen wie "Bild" oder "Welt", das Springer in "News Media" umgetauft hat. Hier stiegen die Umsätze um gerade mal 1 Prozent, , gestützt durch Werbeerlöse. Beim Abo- und Einzelverkauf alleine kam weniger Geld herein. Immerhin sei aber die Entwicklung des vor zwei Jahren übernommenen digitalen US-Nachrichtenunternehmens Business Insider besonders erfreulich verlaufen.

Die im August nach oben geschraubte Prognose bestätigte das Management. So könne man beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie beim bereinigten Ergebnis je Aktie weiterhin von einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich ausgehen. Der Umsatz solle zudem nach wie vor im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Im dritten Quartal sank der Gewinn unterm Strich auf etwa 37 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 88 Millionen Euro. Allerdings spielten damals die Gründung des Schweizer Gemeinschaftsunternehmens Ringier Axel Springer und der Verkauf des indischen Autoportals CarWale in die Zahlen hinein. Bereinigt um diese Einmaleffekte habe der Überschuss indes um ein Fünftel zugelegt, rechnete Springer vor./kro/tos/das

(AWP)