Staatsanwaltschaft: Kein Ende des Verfahrens gegen Deutsche-Börse-Chef in Sicht

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt dämpft die Hoffnung der Deutschen Börse auf ein absehbares Ende des Ermittlungsverfahren gegen Konzernchef Carsten Kengeter wegen möglichen Insiderhandels. "Angaben dazu, wie und wann das Verfahren gegen den Beschuldigten abgeschlossen werden wird, können derzeit nicht gemacht werden", sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Donnerstag auf Nachfrage.
20.07.2017 16:05

Sie bekräftigte, das am Dienstag von der Deutschen Börse in einer Pflichtmitteilung für den Kapitalmarkt erwähnte Anhörungsschreiben der Staatsanwaltschaft richte sich "allein an die Deutsche Börse AG als juristische Person": "Die Frage einer Einstellung betreffend den Beschuldigten Kengeter ... war nicht Gegenstand des Anhörungsschreibens", erklärte die Sprecherin.

Die Börse hatte am Dienstag unter der Überschrift "Anhörungsschreiben der Staatsanwaltschaft" mitgeteilt: "Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat in Aussicht gestellt, im Sinne einer einvernehmlichen Gesamtbeendigung das laufende Ermittlungsverfahren gegen Herrn Kengeter ohne Auflagen ... einzustellen." Zur gleichen Zeit würden gegen das Unternehmen zwei Geldbussen in Gesamthöhe von 10,5 Millionen Euro verhängt. Der Konzern prüfe das nun.

Gegen Kengeter wird wegen eines Aktiengeschäfts aus dem Dezember 2015 ermittelt - das war gut zwei Monate bevor der geplante und letztlich gescheiterte Zusammenschluss mit der Londoner Börse (LSE) öffentlich gemacht worden war. Der Vorwurf ist, dass der Manager bereits im Sommer 2015 entsprechende Gespräche mit der LSE geführt hatte und in diesem Wissen in grossem Stil Deutsche-Börse-Aktien kaufte. Der Aufsichtsrat der Börse hatte die Vorwürfe als haltlos bezeichnet./ben/DP/zb

(AWP)