Stada verschiebt Jahresabschluss wegen kniffliger Transaktion

Der von Finanzinvestoren umworbene Arzneimittelhersteller Stada verschiebt seine Bilanzvorlage um etwa eine Woche. Grund für die Verschiebung sei eine Transaktion, die neu bewertet werden müsse, sagte Unternehmenschef Matthias Wiedenfels am Dienstag in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz. Die Abstimmung mit den Wirtschaftsprüfern bedürfe noch Zeit. Die Präsentation des Geschäftsabschlusses 2016 und die dazugehörige Pressekonferenz seien nun für den 29. März vorgesehen.
21.03.2017 17:46

Ob sich die Neubewertung positiv oder negativ auf das Ergebnis auswirken wird, ist laut Wiedenfels derzeit noch nicht absehbar. Das Ergebnis werde aber um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag beeinflusst. Die Auswirkungen auf den Umsatz beziffert der Stada-Chef auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Anfang des Monats hatte Stada bereits vorläufige Zahlen berichtet. Danach war der Umsatz 2016 um 2 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gestiegen, der Gewinn aber um 16 Prozent auf 92,9 Millionen Euro gefallen.

Eigentlich hatte Stada bereits an diesem Donnerstag (23. März) ausführlich über das Jahr 2016 berichten wolle. Da man sich derzeit aber in einem Bieterprozess befinde, wolle man sich in keinem Fall angreifbar machen, erklärte Wiedenfels. Die Geheimniskrämerei sorgte allerdings für Verunsicherung bei den Anlegern: Die Stada-Papiere fielen bis zum Handelsschluss um mehr als 3 Prozent.

Interesse an Stada haben derzeit zwei Bieterkonsortien: Advent und Permira sowie Bain und Cinven. Stada pokert aber auf einen höheren Preis. Die Gespräche mit den Finanzinvestoren hatte der Generika-Hersteller vergangene Woche verschoben mit dem Hinweis, dass das Unternehmen aus Sicht des Vorstands und Aufsichtsrats mehr wert sei. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, Stada spekuliere auf mindestens 70 Euro je Aktie, geboten würden aber bislang nur 58 Euro./she/das

(AWP)