Stada will Vinkulierung der Namensaktien aufheben

BAD VILBEL (awp international) - Der kritische Grossaktionär Active Ownership Capital (AOC) hat einige seiner Forderungen beim Management von Stada durchgesetzt. So soll die Hauptversammlung am 26. August unter anderem darüber abstimmen, ob die Vinkulierung der Namensaktien aufgehoben wird. Dies geht aus der Tagesordnung für das Aktionärstreffen hervor, die der Arzneimittelhersteller am Mittwoch veröffentlichte. Vinkulierte Namensaktien werden in der Regel ausgegeben, um ein Unternehmen besser vor einer Übernahme zu schützen. Durch die Umwandlung in herkömmliche Papiere fällt dieser Schutz weg. Der Stada-Aktienkurs reagierte kaum auf die Neuigkeiten.
20.07.2016 16:28

Ein weiterer Kritikpunkt von AOC war die Bestellung des Konzernabschlussprüfers. Für das Geschäftsjahr 2016 soll diese Prüfung erneut die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF vornehmen, wie aus der Tagesordnung hervor geht. Für die Hauptversammlung im kommenden Jahr will der Aufsichtsrat dann aber neue Abschlussprüfer vorschlagen.

AOC hält mehr als 5 Prozent des Generikaherstellers aus Bad Vilbel und übt Druck auf das Management aus. Gefordert wurde auch die Erneuerung des Aufsichtsrats. Laut der Tagesordnung sind bei den Kandidaten für das Gremium aber keine Vertreter von AOC dabei. Wie bereits von Stada angekündigt, stehen Manager Rolf Hoffmann, Birgit Kudlek, Tina Müller und Gunnar Riemann zur Wahl.

AOC begrüsste in einer ersten Reaktion zwar, dass die "jetzt vorliegende Tagesordnung einige wesentliche Punkte zur Verbesserung der Corporate Governance von Stada aufgreift". Weitergehende Veränderungen in der Konstellation des Aufsichtsrats seien aber notwendig. Der Grossaktionär behält sich deshalb vor, "die Tagesordnung um weitere Punkte zu ergänzen und wird die hierzu notwendigen Schritte in den nächsten Tagen einleiten"./she/he/jha/

(AWP)