Standard Chartered erholt sich langsamer als gedacht - Aktie im Sinkflug

LONDON (awp international) - Die britische Grossbank Standard Chartered kommt bei ihrer Gesundung langsamer voran als gedacht. Im dritten Quartal gelang dem auf Asien fokussierten Institut auf vergleichbarer Basis zwar ein Vorsteuergewinn von 458 Millionen US-Dollar (418 Mio Euro) nach 139 Millionen Verlust ein Jahr zuvor, wie es am Dienstag in London mitteilte. Analysten hatten jedoch mit einem besseren Ergebnis gerechnet. In allen vier Sparten gingen die Erträge zurück. Bankchef Bill Winters bekräftigte seinen Plan, die Kosten der Bank in diesem Jahr um eine Milliarde Dollar zu senken.
01.11.2016 11:11

An der Börse wurden die Nachrichten mit Enttäuschung aufgenommen. Die Aktien der Bank verloren in London am Morgen 5,45 Prozent an Wert.

Winters versucht die Bank mit einer harten Sanierung wieder dividendenfähig zu machen. 2015 hatte Standard Chartered heftige Einbrüche bei den Erträgen verbucht und war zum ersten Mal seit 1989 in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen gerutscht.

Im dritten Quartal lagen die Erträge mit knapp 3,5 Milliarden Dollar zwar gleich hoch wie im zweiten Jahresviertel, allerdings immer noch fast sechs Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das Plus beim bereinigten Vorsteuerergebnis verdankte die Bank vor allem der Tatsache, dass sie nur rund halb so viel Geld wegen gefährdeter Kredite zurücklegen musste wie ein Jahr zuvor.

Im August hatte die Bank Zweifel an ihrem mittelfristigen Renditeziel geschürt. "Es braucht wahrscheinlich mehr Zeit als wir gedacht haben", hatte das Management eingeräumt. Bisher sollte die Eigenkapitalrendite bis zum Jahr 2018 auf acht Prozent steigen und im Jahr 2020 zehn Prozent erreichen./stw/mne/stb

(AWP)