Starker Sommer treibt Deutsche Post an - Aktie im Minus

(Ausführliche Fassung) - Der anhaltende Boom im Express- und Paketgeschäft hat der Deutschen Post 2017 einen Rekordsommer beschert. Konzernchef Frank Appel sieht den Konzern damit auf Kurs zu den Jahreszielen. Auch für das wichtige Weihnachtsquartal sagte der Manager dem Konzern am Donnerstag in Frankfurt eine starke Entwicklung voraus - in Deutschland und weltweit. Doch den Anlegern an der Börse reicht das nicht. Die Aktie geht auf Talfahrt.
09.11.2017 09:57

Kurz nach Handelsbeginn lag der Kurs der Post-Aktie mit etwas über ein Prozent im Minus und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax. Insgesamt seien die Zahlen wohl nicht gut genug, um die Anleger zu überzeugen, sagte ein Händler an der Börse. Es sei auch möglich, dass Aktionäre schlicht Kursgewinne mitnehmen wollten. Die Post-Aktie hat in diesem Jahr bislang um rund 26 Prozent zugelegt und zählt somit zu den besten Werten im Dax .

Im dritten Quartal steigerte die Post ihren Umsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 14,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) legte sogar um knapp elf Prozent auf 834 Millionen Euro zu. Das ist der höchste Wert seit dem Verkauf der Postbank Anfang 2009. Unter dem Strich blieb mit 641 Millionen Euro ein Zuwachs von fast vier Prozent. Während Analysten beim Ebit etwas mehr erwartet hatten, überraschte die Post unter dem Strich mit einer vergleichsweise geringen Steuerquote.

Dabei konnten alle Sparten ihren operativen Gewinn steigern. Die Kernsparte PeP, in der der Konzern sein Briefgeschäft auf dem Heimatmarkt, das Paketgeschäft in Deutschland und anderen Ländern sowie die Digitalangebote wie den Online-Handel gebündelt hat, profitierte von dem wachsenden Versandhandel über das Internet - sowie einem erhöhten Briefaufkommen im Zuge der Bundestagswahl. Der operative Gewinn der Sparte legte um fünf Prozent zu.

Die drei DHL-Sparten warfen sogar neun Prozent mehr operativen Gewinn ab als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an der Erfolgsgeschichte DHL Express. Das lukrative Geschäft mit zeitkritischen internationalen Sendungen (TDI) trieb deren operatives Ergebnis um zehn Prozent nach oben. Auch bei der DHL-Lieferkettenlogistik und der DHL-Frachtsparte ging es aufwärts. Im Frachtgeschäft zog die Nachfrage deutlich an. Allerdings kann die Post die steigenden Kosten, die sie selbst für Luft- und Seetransporte zu tragen hat, nur mit zeitlicher Verzögerung an ihre Kunden weitergeben. Das drückt auf die Gewinnspannen.

Vorstandschef Frank Appel sieht den Konzern dennoch auf Kurs zu seinem geplanten operativen Jahresgewinn von 3,75 Milliarden Euro. Für das Jahr 2020 hat er eine deutliche Steigerung von 4,9 Milliarden im Auge. Während Analysten das Mittelfrist-Ziel immer wieder kritisch hinterfragen, geht Appel weiterhin davon aus, dass der Konzern es erreichen kann./stw/stk

(AWP)