Starrag erreicht Auftragsrekord und kleinen Umsatzzuwachs - Kurs steigt deutlich

(ausführliche Fassung; ergänzt um Kommentar und Aktienkurs) - Der Maschinenhersteller Starrag hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 den Umsatz leicht und den Auftragseingang deutlich gesteigert. Der ebenfalls stark angeschwollene Orderbestand sichert dem Unternehmen Arbeit für mehr als ein Jahr. Trotz tiefer prognostizierten EBIT-Marge steigt die Aktien auf ein Jahreshoch.
26.01.2017 11:30

Die Erlöse des Herstellers von Werkzeugmaschinen stiegen 2016 um 2,2% auf 372 Mio CHF, wie Starrag am Donnerstag mitteilte. Die Bestellungen wuchsen hingegen deutlich um 44% auf den Rekordwert von 480 Mio CHF. Der Auftragsbestand legte mit plus 47% auf 348 Mio ebenfalls stark zu.

Damit verbesserte sich die Book-to-Bill Ratio auf 1,29 (VJ 0,92) und die Grundauslastung sei für deutlich mehr als ein Jahr gesichert, betont das Unternehmen.

FAST ALLE ABNEHMERINDUSTRIEN POSITIV - UHRENINDUSTRIE SCHWACH

Die Zunahme bei den Aufträgen erstreckte sich den Angaben zufolge über fast alle Abnehmerindustrien, allen voran den Bereich Aerospace, der im Berichtsjahr rund 40% aller Neubestellungen ausmachte. Eine Steigerung verbuchte auch die Abnehmerindustrie Industrial, mit Konzentration auf die klassischen Industriesegmente, heisst es weiter.

Der Auftragseingang aus dem Luxussegment, und dabei namentlich aus der Uhrenindustrie, sei jedoch weiterhin rückläufig gewesen, so die Mitteilung. Der Bereich Energy habe ebenfalls zugelegt, während die Neuaufträge aus dem Bereich Transport auf Vorjahresniveau verharrten.

Nach Absatzregionen betrachtet waren vor allem Asien und Nordamerika für den starken Anstieg des Auftragseingangs verantwortlich. Asien mache weiterhin über ein Drittel der gruppenweiten Neubestellungen aus. Europa konnte ebenfalls zulegen, wenn auch in deutlich geringerem Ausmass.

EBIT-MARGE 2016 UNTER VORJAHR

Das Unternehmen hatte bereits im Dezember angekündigt, dass im zweiten Halbjahr die ursprünglich erwartete operative Marge nicht erreicht wird. Entsprechend geht das Management für das Gesamtjahr von einer EBIT-Marge in der Grössenordnung der ersten sechs Monate (1,9%) aus und damit deutlich unter Vorjahr. Rein rechnerisch würde dies einem Wert von 7,1 Mio CHF entsprechen. Die ausführlichen Geschäftszahlen 2016 stellt die Starrag Group am 10. März vor.

Zudem hat Starrag eine Kooperation mit der Klingelnberg Gruppe bekanntgegeben. Zusammen mit dem Zürcher Maschinenbauunternehmen werde eine fünfachsige Maschine zur Komplettbearbeitung von Zahnrädern entwickelt. Damit lassen sich mehrere Prozessschritte auf der gleichen Maschine realisieren, was für die Kunden einen signifikanten Mehrwert schaffe, heisst es weiter.

AKTIE IM HOCH

Wenig Überraschungspotenzial haben die Zahlen nach Ansicht der Bank Vontobel. Obwohl der Auftragseingang deutlich über den Erwartungen liege, zeige sich die unveränderte Umsatzentwicklung erwartungsgemäss. Da der Ausblick ebenfalls beibehalten werde, lässt die Bank ihr Rating auf "Hold" mit einem Kursziel von 55 CHF.

Auf die unlängst zurückliegende Abwärtskorrektur aufgrund der im Dezember 2016 bekanntgegebenen Gewinnwarnung folge zwar nun durch den hohen Auftragseingang eine "gesunde Kapazitätsauslastung", was eine verbesserte Rentabilität im laufenden Geschäftsjahr sicherstelle, dies sei aber in den Schätzungen bereits berücksichtigt, so Vontobel.

Im Handel wird die Unternehmensentwicklung deutlich positiver aufgenommen. Die Titel des Maschinenherstellers gehören mit einem Plus von 11,2% auf 58,95 CHF zun den grössten Gewinnern. Damit stehen die Starrag-Aktien auf dem höchsten Stand seit letztem Herbst. Der breite Markt (SPI) legt mit +0,93% gegen 11 Uhr ebenfalls zu.

sta/ra

(AWP)