Starrag mit halbiertem Gewinn - Zuversicht dank Auftragsrekord

(Meldung ausgebaut) - Der Maschinenhersteller Starrag hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der rekordhohe Auftragseingang stimmt die Firmenverantwortlichen jedoch zuversichtlich, weshalb die Dividende weniger stark gesenkt wird.
10.03.2017 08:40

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 7,4 Mio CHF um 50% unter Vorjahr, teilte Starrag am Freitag mit. Die EBIT-Marge halbierte sich 2016 von 4,0 auf noch 2,0%. Auch der Reingewinn hat sich halbiert: Unter dem Strich blieben dem Unternehmen noch 4,6 Mio CHF.

Als primären Grund für den Ergebnisrückgang nennt Starrag eine abgeschwächte Nachfrage aus der Uhrenindustrie. Zudem sei es punktuell zu Kostenüberschreitungen bei einzelnen Kundenaufträgen gekommen.

Trotz Gewinnhalbierung schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine um lediglich 20 Rappen oder 16,7% gesenkte Dividende von 1 CHF pro Aktie vor. Damit liege die Ausschüttungsquote von rund 75% deutlich über dem Zielband von 35% bis 50%.

Im Sinne einer kontinuierlichen Dividendenpolitik basiere der Antrag aber auf der Erwartung eines deutlich höheren Reingewinns im laufenden Geschäftsjahr, so Starrag.

REKORDHOHER AUFTRAGSEINGANG

Denn deutlich besser sieht die Bilanz der Ostschweizer beim Auftragseingang und den Umsatzzahlen aus. Die Erlöse lagen mit 372 Mio CHF um 2% über jenen des Vorjahrs. Währungsbereinigt betrug die Veränderung plus 1%.

Gar den höchsten je erzielten Auftragseingang in der 120-jährigen Unternehmensgeschichte vermeldete Starrag: 480 Mio CHF oder ein Plus von 44%. Der Auftragsbestand im Umfang von 348 Mio CHF oder 47% mehr als im Vorjahr sichere eine Grundauslastung von deutlich über einem Jahr.

Die Book-to-Bill Ratio (Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz) lag laut Starrag mit 1,29 wieder auf einem "hervorragenden" Wert von klar über eins. Im Vorjahr lag das Verhältnis noch bei 0,92.

WACHSTUM IN ASIEN

Am meisten Neubestellungen kamen aus Asien mit 36%. Dies bestätige die Einschätzung, wonach sich der Umsatzanteil mit asiatischen Kunden in den nächsten Jahren auf rund die Hälfte zubewegen dürfte.

Den auf 20% verdoppelten Anteil Nordamerikas am Auftragseingang erklärt Starrag zum Teil mit dem Gewinn eines weiteren Referenzprojekts für Grossmaschinen mit einem Auftragswert im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Dieser Erfolg zeige, dass die Fokussierung auf strategische Marktsegmente nun Früchte trage.

Die beiden bedeutendsten Abnehmerindustrien Aerospace und Industrial bestritten zusammen etwas über 80% der gruppenweiten Neubestellungen. Das Luxussegment und dabei namentlich die Uhrenindustrie waren dagegen weiterhin rückläufig.

NEUER VR UND NEUE RECHNUNGSLEGUNG

Der nächsten Generalversammlung wird ferner die Zuwahl von Erich Bohli in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Er habe unter anderem während zehn Jahren die Elektro-Fachgeschäftskette Fust als CEO geleitet.

Zudem wechselt Starrag mit dem Geschäftsjahr den Rechnungslegungsstandard von IFRS zu Swiss GAAP FER. Dies werde zu weniger Komplexität und tieferen Kosten führen. Rückblickend auf das Geschäftsjahr 2016 wären nach Swiss GAAP FER das Betriebsergebnis EBIT um rund 2 Mio CHF und der Reingewinn um rund 1,5 Mio höher ausgefallen.

HÖHERE MARGE ERWARTET

Für 2017 gehe man von weniger Neuaufträgen, einem deutlich höheren Umsatz und dank verschiedener strategischer und operativer Massnahmen mit einer deutlich höheren operativen Marge aus, heisst es weiter.

Für die Zukunft rechnet Starrag auf den mehrjährigen Durchschnitt und über Konjunkturzyklen hinweg bezogen mit einem Umsatzwachstum von über 5% und einer operativen Marge von mindestens 8%.

ra/tp

(AWP)