Steinhoff-Beteiligung Shoprite mit Gewinnanstieg - Börsenpläne nehmen Gestalt an

Wenige Wochen vor dem Börsengang seines Afrika-Geschäfts kann Einzelhändler Steinhoff mit einem Gewinnanstieg seiner künftigen Beteiligung Shoprite punkten. Afrikas grösster Lebensmittelhändler konnte in seinem Geschäftsjahr 2016/17 bis Anfang Juli nicht nur in seiner Heimat Südafrika Marktanteile hinzugewinnen, sondern setzte seine Expansion auch auf dem restlichen Kontinent fort.
22.08.2017 09:36

Unter dem Strich stieg der Gewinn um zwölf Prozent auf 5,4 Milliarden Rand (rund 350 Mio Euro), wie das Unternehmen mit Sitz in Kapstadt am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn damit so hoch wie von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 141 Milliarden Rand zu. Shoprite-Chef Pieter Engelbrecht kündigte eine 11,5-prozentige Dividendenerhöhung an und stellte zudem weiteres Wachstum sowie eine verbesserte Profitabilität in Aussicht.

Für den MDax-Konzern Steinhoff, der hierzulande vor allem durch die Möbelkette Poco bekannt ist, sind das gute Nachrichten. Erst vor Kurzem hatte Steinhoff eine Optionsvereinbarung mit den Shoprite-Eigentümern getroffen und will für 35,5 Milliarden Rand (etwa 2,2 Mrd Euro) einen Anteil von 22,7 Prozent sowie 50 Prozent der Stimmrechte erwerben. Dies ist der zweite Anlauf für eine Verflechtung mit der Supermarktkette, nachdem ein erster Fusionsversuch im Februar noch gescheitert war.

Hinter dem Schritt steckt der südafrikanische Milliardär Christo Wiese, der grösster Anteilseigner sowohl bei Steinhoff als auch Shoprite ist. Er kombiniert auf diesem Weg seine Interessen an beiden Einzelhandelsriesen. Shoprite wird auch Teil der Börsenpläne Steinhoffs: Unter dem Namen Steinhoff Africa Retail (Star) soll das Afrika-Geschäft des Konzerns schon bald an die Börse in Johannesburg gehen. Star soll künftig auch die Shoprite-Anteile von Steinhoff halten.

In der neuen Gesellschaft werden auch Unternehmen wie die Textilkette Pep, Ackermans, der Möbelhändler JD Group und das Geschäft des Konzerns mit Baumaterialien gebündelt. Jedes Unternehmen soll weiterhin eigenständig von der aktuellen Führungsmannschaft geführt werden. Das Börsenlisting soll spätestens Ende September stattfinden. Nach Aussagen von Steinhoff wird Star voraussichtlich in den südafrikanischen JSE Top 40 aufgenommen. Hoffnungen macht sich der Konzern auch auf den wichtigen Schwellenländer-Index MSCI Emerging Market Index.

Steinhoff hat seinen Rechtssitz in Amsterdam und sein operatives Hauptquartier in Südafrika./tav/stw/fbr

(AWP)