Stellenabbau kostet: NordLB droht Verluste

Wenige Wochen vor der Aufnahme von Gesprächen mit möglichen Investoren hat die NordLB vor möglichen Verluste gewarnt. Die Neuausrichtung drücke Norddeutschlands grösste Landesbank im laufenden Jahr in die roten Zahlen. Für das Gesamtjahr 2018 werde das Ergebnis vor allem wegen der Rückstellungen für weiteren Personalabbau voraussichtlich negativ ausfallen, kündigte die Bank am Mittwoch in Hannover an. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), der zugleich NordLB-Aufsichtsratsvorsitzender ist, stützt den Kurs. Kritik kam von der oppositionellen FDP im Landtag. Sie beantragte, dass Hilbers den Finanzausschuss informiert.
26.09.2018 18:22

Bis Ende 2020 sollen überwiegend durch freiwillige Massnahmen wie Vorruhestands- und Abfindungsregelungen 1 250 Stellen eingespart werden. Eine erste Welle des Personalabbaus gab es bereits nach der Fusion mit der Bremer Landesbank, als mit 420 Mitarbeitern entsprechende Vereinbarungen getroffen worden waren.

Bei der jetzt eingeleiteten zweiten Welle sollen konzernweit durch interne Neuordnung weitere 430 Stellen wegfallen. "Mit dem Start der zweiten Phase im November liegen wir voll im Plan", sagte Vorstandschef Thomas Bürkle. Im Vorjahr war die NordLB in die Gewinnzone zurückgekehrt - unter dem Strich blieben 135 Millionen Euro. Für 2018 hatte das Management zunächst erneut schwarze Zahlen erwartet, war zuletzt aber bereits zurückhaltender. Zur Höhe des möglichen Verlustes in diesem Jahr machte die Bank keine Angaben.

Die Bank arbeitet gemeinsam mit den Eigentümern an einem "umfassenden Konzept" zur Stärkung des Kapitals und für mehr Profitabilität. Dabei wird auch eine Beteiligung externer Investoren erwogen. Nach inoffiziellen Angaben endet die Bieterfrist am 7. Oktober.

Hintergrund: Die unter notleidenden Schiffskrediten ächzende NordLB muss ihre schwache Kapitaldecke stärken, um auch künftig steigenden EU-Anforderungen gerecht zu werden. Als mögliche Interessenten galten zuletzt auch andere Landesbanken. Die NordLB spricht bisher nur von Sondierungen, "um die möglichen Bedingungen eines solchen Einstiegs auszuloten."

Haupteigentümer der NordLB sind die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Finanzminister Hilbers betonte: "Ich gebe dem Vorstand ausdrücklich meine Rückdeckung, wenn die Bank Ihre Hausaufgaben macht; auch wenn das aktuell die Gewinn- und Verlustrechnung belastet, zahlt sich der Prozess aus."

Kritik kam von FDP-Fraktionsgeschäftsführer Christian Grascha. "Mit solchen Stellungnahmen trägt der Minister eher zur weiteren Verunsicherung bei", rügte der Abgeordnete und betonte: "Für die jetzt beginnende Investorensuche wäre ein weiteres Verlustjahr in 2018 nach dem Verlustjahr 2016 eine weitere schwere Belastung." Die Entwicklung der Bank bleibe besorgniserregend./rek/DP/she

(AWP)