Straumann 2016 mit profitablem Wachstum - Aktien dennoch im Minus

(Zusammenfassung) - Straumann ist 2016 in allen Märkten profitabel gewachsen. Prozentual am schnellsten wuchsen jedoch die Märkte in Asien, wo die Marktdurchdringung für Dentalimplantate noch gering ist, z.B. in China. Fortan verfolgt der Dentaltechniker das Ziel, entlang der gesamten Wertschöpfungskette und zudem im mittelpreisigen Segment zu wachsen. An der Börse gilt "Sell on good News", sodass Gewinnmitnahmen den Handel am Berichtstag prägen.
16.02.2017 16:40

Im Berichtsjahr wuchs der Umsatz um 15% auf 917,5 Mio CHF, organisch legte der Dentalimplantat-Hersteller um 13% zu. "Wir übertrafen das Marktwachstum 2016 deutlich und erzielten unser bestes Ergebnis seit acht Jahren", sagte CEO Marco Gadola am Donnerstag vor den Medien. Grösster Markt ist nach wie vor Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA), während Nordamerika absolut den grössten Beitrag ans Gruppenwachstum lieferte.

Der Betriebsgewinn ist fast um 32% auf 227,2 Mio CHF gewachsen. Mit 229,6 Mio CHF übertraf der Reingewinn sogar den Betriebsgewinn. Grund ist ein einmaliger Steuergewinn von 43 Mio CHF aus der Fusion von Straumann Brasilien mit Neodent. Hatte der Zusammenschluss mit der brasilianischen Neodent im Vorjahr den Gewinn noch durch Sondereffekte gedrückt, wirkte er sich nun positiv aus.

Die Dividende wird um gut 6% auf 4,25 CHF pro Aktie erhöht. Mit Blick in die Zukunft sei es die Absicht des Verwaltungsrates, die Dividende kontinuierlich zu erhöhen, wenn das Geschäft gut laufe.

NEUES MARKENKONZEPT

Unter der neu geschaffenen Dachmarke Straumann Group steht die Marke Straumann nach wie vor für Premium-Produkte. Sogenannte Value-Produkte im mittelpreisigen Segment laufen unter der Marke Instradent. Darin werden die brasilianische Neodent und die indische Equinox nun voll von der Straumann-Gruppe kontrolliert. Unter Instradent - 2016 mit dreistelligen Zuwachsraten - laufen Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen wie Anthogyr (Frankreich), Medentika (Deutschland), Zinedent (Türkei) und T-Plus (Taiwan).

Weil Straumann sein Portfolio entlang der Gesamtlösungen im Bereich Zahnersatz weiterentwickeln möchte, spielt der Bereich "Technology & Manufacturing Platform" eine wichtige Rolle. Im Zentrum steht die Digitalisierung der Arbeitsabläufe vom Zahnarzt bis ins Labor. Neben der vollständig integrierten Etkon arbeiten die Basler in diesem Bereich mit zahlreichen Partnern zusammen. Dieser Ansatz erlaube es "weisse Flecken" zu erschliessen und neue Technologien zu entwickeln, sagte Chef Marco Gadola.

Ein Beispiel für die Umsetzung dieser Strategie, sei die Zusammenarbeit mit der Schweizer maxon motor. Entwickelt werden im Spritzgussverfahren produzierte Vollkeramikimplantate, die eine kosteneffiziente Herstellung erlauben. Generell werde in der Schweiz weiter in die Forschung und Entwicklung investiert, namentlich im bestehenden Werk in Villeret, im Berner Jura.

WEITERES WACHSTUM ERWARTET

Zwar ist Straumann Marktführer im Premium-Segment, will aber vermehrt im Non-Premiumbereich, wo man erst die Nr. 3 ist, wachsen. Die Expansion soll weiterhin nicht auf Kosten der Margen gehen. Möglich sei dies aufgrund von Skaleneffekten, verbesserten Prozessen und einer optimierter Distribution, sagt Finanzchef Peter Hackel. Dies komme im laufenden Geschäftsjahr insbesondere im wichtigen brasilianischen Markt zum Tragen.

Im erschwinglichen Value-Segment habe man bisher nur "an der Oberfläche gekratzt". Selbst bei den rasch wachsenden Bone Level Tapered (BLT) Implantate liege mehr drin. Generell seien kleinere Zukäufe "absolut möglich". Ebenfalls noch schwach vertreten sei die Gruppe im Bereich Biomaterialien. Immerhin hebe die Kooperation mit der deutschen Botiss dieses Geschäft in Europa auf "ein neues Niveau", sagt Gadola.

Die Börse reagiert trotz Rekordzahlen verschnupft: Eine Stunde vor Handelsende notieren die Straumann-Papiere 3,1% tiefer auf 391,50 CHF. Heute brächten wohl einige ihre aufgelaufenen Gewinne ins Trockene, hiess es im Handel.

pr/ra

(AWP)