Straumann erweitert mit Maxon-Partnerschaft Wachstumspotenzial in Nischenmarkt

(Ergänzt um weitere Informationen)
23.11.2016 10:04

Zürich (awp) - Der Dentalimplantathersteller Straumann ist mit Maxon Motor eine Partnerschaft zur Entwicklung von Keramikkomponenten für Zahnimplantat-Systeme eingegangen. Mit dem Joint Venture Maxon Dental verbreitert das Basler Unternehmen sein Portfolio in einem Bereich, der derzeit zwar noch klein ist, dem Analysten aber hohes Potenzial zusprechen. Entsprechend reagieren die Aktien mit leichten Zugewinnen auf die Nachricht.

Zweck der Partnerschaft ist die Entwicklung von Keramikkomponenten (CIM) für Zahnimplantat-Systeme, die anstatt mit herkömmlichen spanabhebenden Methoden mittels Keramikspritzguss hergestellt werden. Für Zahnärzte werde so die Behandlungen mit Keramikimplantaten einfacher durchführbar. Patienten würden sie ästhetisch ansprechende, metallfreie Lösungen zu erschwinglicheren Preisen bieten, schreibt Straumann in einer Mitteilung vom Mittwoch.

OPTION AUF VOLLSTÄNDIGE ÜBERNAHME

Maxon Dental wird für Straumann CIM-Komponenten entwickeln und produzieren. Das Basler Unternehmen sichert sich mit dem Joint Venture den Zugang und das entsprechende Know-how zur vielversprechenden Technologie auf Zahnimplantate. In dieses Einsatzgebiet hat Maxon Motor, die über 20 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des Keramikspritzgusses für mechanische Präzisionsteile verfügt, in den letzten Jahren seine CIM-Technologie ausgeweitet.

Erste CIM-Komponenten sollen bereits in naher Zukunft eingeführt werden, sofern die Ergebnisse der labortechnischen sowie der klinischen Studien und die Zulassungsentscheide positiv ausfallen.

Vorbehaltlich der Zustimmung des deutschen Bundeskartellamtes wird Straumann 49% am Joint Venture halten. Zudem haben die Basler die Option, das Unternehmen bis 2026 ganz zu übernehmen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben. Sie schätze aber, dass es sich um einen kleinen Deal handle, der von Straumann problemlos finanziert werden könne, schreibt ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger.

HOHES KOSTENSENKUNGSPOTENZIAL

Mit der Transaktion verstärke der Dentalimplantat-Konzern seine Kräfte in einem Markt, der zurzeit noch unbedeutend sei, schreibt Maja Pataki von Kepler Cheuvreux. Die Spritzgusstechnologie erhöhe aber die Skalierbarkeit der Produktion und sollte deshalb einen positiven Effekt auf die Produktionskosten, den Preis und die Margen haben.

Auch Carla Bänziger von der Bank Vontobel erwartet eine massive Senkung der Produktionskosten für keramische Implantate, sofern die CIM-Komponenten funktionieren. Für Straumann könnte das Joint Venture daher einen grossen Schritt nach vorne bedeuten, meint die Expertin. Keramische Komponenten hätten ihrer Ansicht nach das Potenzial für eine Umwälzung der Dentalimplantatbranche, so Bänziger weiter.

Straumann sichere sich mit dieser Partnerschaft den verbreiterten Zugang zur Nische der Keramikimplantate, die heute lediglich rund 1 bis 2% des Marktes ausmachen würden, ergänzt ZKB-Analystin Bischofberger. Die Nische habe aber viel Potenzial. Gesamthaft begrüsse sie diese Partnerschaft, um mit beschränktem Mitteleinsatz Know-How in neuen Bereichen zu erhalten und das Produktportfolio zu ergänzen, so die Expertin weiter

Die Aktien regieren vorerst nur leicht positiv auf die Nachricht. Bis gegen 10.00 Uhr gewinnen sie 0,1% auf 358,50 CHF und damit im Schnitt des Gesamtmarktes (SPI).

sig/rw

(AWP)