Straumann kauft eigene Aktien für 200 Mio von GIC zurück - Verwendung noch offen

(Zusammenfassung)
31.08.2016 12:02

Zürich (awp) - Der Singapurer Staatsfonds GIC hat in der Nacht zum Mittwoch den grössten Teil seiner Beteiligung am Dentalimplantathersteller Straumann verkauft. Straumann selbst erwarb rund einen Drittel der von GIC angebotenen Titel. Das Unternehmen weiss noch nicht, wofür sie die Titel einsetzen will. Da der Verkauf zu einem Abschlag zum Schlusskurs vom Dienstag erfolgte, reagierten die Valoren am Mittwoch entsprechend mit Kursabgaben.

In einem Orderbuch-Verfahren hat GIC, der zweitgrösste Einzelaktionär von Straumann, innerhalb einer Stunde 1,4 Mio Aktien verkauft. Damit hat der Staatsfonds seine Beteiligung von 14% auf 4,6% reduziert. 530'000 Aktien hat Straumann selbst erworben und hält nun 3,3% der ausstehenden Valoren.

VERKAUFTE AKTIEN VON GIC BREIT GESTREUT

Wer die restlichen Aktien von GIC gekauft hat, ist nicht bekannt. Er wisse lediglich, dass die Valoren breit gestreut worden seien, sagte CFO Peter Hackel im Gespräch mit AWP. Unbekannt sind Hackel auch die Gründe, die GIC dazu bewogen haben, sich gerade jetzt von einem Grossteil der Aktien zu trennen. Er vermute aber, dass die Entwicklung des Aktienkurses der Grund dafür war, so der CFO weiter.

Als der Singapurer Staatsfonds 2012 sein Engagement von 4% auf 14% ausbaute, notierten die Straumann-Aktien um 100 CHF. Seither ging es mit den Titeln fast nur aufwärts. Am 23. August 2016 markierten sie ein Allzeithöchst von 412,75 CHF und gingen am Vorabend bei 403 CHF aus dem Handel. Er könne sich vorstellen, dass diese starke Entwicklung GIC zum Abbau des Engagements bewogen habe, erklärte der CFO.

GIC sei ein stabiler Aktionär gewesen, mit dem man in guter Beziehung gestanden habe. "Wir sind dem Staatsfonds dankbar, dass er uns bei der Transaktion hat beteiligen lassen. So haben wir eine einzigartige Möglichkeit erhalten, eine grössere Position en bloc zu erwerben", so Hackel.

GENÜGEND MITTEL FÜR WEITERE INVESTITIONEN VORHANDEN

Straumann gewinne durch den Erwerb eigener Aktien strategische Flexibilität und es eröffneten sich eine Reihe von Handlungsoptionen, sagte der CFO weiter. So könnten die Aktien beispielsweise als Akquisitionswährung eingesetzt oder das Kapital könnte herabgesetzt werden; oder aber man könnte einen weiteren Ankeraktionär finden. Für welche dieser Optionen sich Straumann schliesslich entscheiden werde, sei noch offen. "Wir stehen aber auf jeden Fall nicht unter Zugzwang", ergänzte Hackel.

"Wir verfüge auch nach dem Erwerb der Aktien über eine komfortable Cash-Position, mit der die operativen Investitionen problemlos finanziert werden können", ergänzte Hackel. Der Rückkauf demonstriert gemäss Hackel ausserdem das "starke Vertrauen des Managements und des Verwaltungsrats in die Strategie und die Zukunft" des eigenen Unternehmens.

Der Markt regierte mit einem Kurstaucher auf die Veräusserung durch GIC, was allerdings aufgrund des Discounts von 6% des Verkaufspreises zum Schlusskurs vom Dienstag für Analysten keine Überraschung darstellt. Diese sehen auch keinen Grund Änderungen an ihren Einschätzungen vorzunehmen. Bis gegen 11.50 Uhr verlieren die Aktien von Straumann in einem kaum veränderten Gesamtmarkt 4,5% auf 384,75 CHF.

sig/uh

(AWP)