Dentalimplantathersteller - Straumann sieht von Übernahme der südkoreanischen MegaGen ab

Straumann gibt seine Pläne zur Kontrollübernahme der südkoreanischen MegaGen auf.
28.02.2017 06:45
Straumann Narrow Neck CrossFit.
Straumann Narrow Neck CrossFit.
Bild: ZVG

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen und des langwierigen Schiedsverfahrens werde eine Partnerschaft mit MegaGen als nicht mehr attraktiv angesehen, begründet Straumann am Dienstag den Rückzug. Im vergangenen Juli kündigte Straumann an, das Wandlungsrecht und die Kaufoption einzulösen, um die Kontrolle über den südkoreanischen Implantathersteller MegaGen zu erwerben. MegGen leitete im Anschluss ein Schiedsverfahren zur Bestimmung des Umwandlungspreises sowie der Berechnungsmethode ein und wollte somit den Fall nach den Regeln der Internationalen Handelskammer ICC beurteilen lassen.

Bekanntlich sicherte sich Straumann eine Kaufoption 2014 und 2015 im Zusammenhang mit dem Kauf von MegaGen-Wandelanleihen über insgesamt 30 Mio USD. Gemäss den Bedingungen der Anleihe hatte Straumann das Recht, diese in Aktien von MegaGen zu wandeln. Eine Zusatzvereinbarung mit den Hauptaktionären von MegaGen berechtigte Straumann überdies zum Erwerb weiterer Aktien, um die Kontrolle über MegaGen zu erlangen. Die Aktionäre von MegaGen hatten damals der Transaktion zugestimmt.

Nun wirft Straumann also das Handtuch. Dank einem starken Portfolio an schnell wachsenden "Value-Marken" sei eine Einbindung von MegGen nicht mehr notwendig, heisst es in der heutigen Mitteilung weiter. Es werde deshalb darauf verzichtet, die Wandelanleihen von MegaGen über 30 Mio USD in Aktien zu wandeln. Das investierte Kapital wurde mit Zinsen an die Gruppe zurückbezahlt.

MegaGen habe im vergangenen Juli den Wandlungspreis sowie die Preisberechnung für die zusätzlichen Aktien zurückgewiesen und sich trotz deutlich höherer Angebote von Straumann entschieden, ein Schiedsgericht anzurufen, so Straumann. Abhängig vom Fortschritt des Schiedsverfahrens könnte dies bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen.

"Der gemeinschaftliche Geist der Partnerschaft, dem unsere Geschäftsbeziehung zugrunde lag, hat sich mit dem Einleiten des Schiedsverfahrens durch die Eigentümer von MegaGen verflüchtigt", wird in der Mitteilung Straumann-CEO Marco Gadola zitiert. "Weder dieser Umstand noch die lange Verzögerung aufgrund des Verfahrens liegen im Interesse unserer Unternehmen."

(AWP)