Straumann steigert im ersten Quartal den Umsatz und erhöht die Guidance

(Mit weiteren Angaben zu den Regionen/Bereichen und CEO-Aussagen ergänzt) - Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann ist im ersten Quartal 2017 über den Erwarten gewachsen und erreichte mit dem Umsatz auf Quartalsbasis einen neuen Rekord. Der gute Geschäftsverlauf veranlasst das Management dazu, die Umsatzguidance für das Gesamtjahr 2017 anzuheben. Derzeit werden Überlegungen angestellt, auch in den Markt für Zahnkorrektur vorzustossen.
27.04.2017 08:46

Auf Gruppenebene nahm der Umsatz von Straumann um knapp 20% auf rekordhohe 266,3 Mio CHF zu. Dabei habe man in allen Regionen und Geschäftsbereichen Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erreicht, sagte CEO Marco Gadola am Donnerstag im Gespräch mit AWP. In Lokalwährungen legte Straumann um 18% zu und rein organisch kletterten die Verkäufe um rund 15% in die Höhe.

Straumann habe die geografische Präsenz kontinuierlich erweitert, in die Forschung und Entwicklung investiert und das Vertriebsteam ausgebaut, so Gadola. "Zudem sind wir in das Nicht-Premium-Segment und mit differenzierten Produkten wie dem BLT-Implantat sowie dem Portfolio von botiss in wichtige Marktbereiche vorgestossen." Weiter unterstützten zwei kleinere Übernahmeeffekte und die späten Ostertage die Entwicklung. Wegen Ostern seien die Verkäufe im April 2017 aber keineswegs eingebrochen, hielt Gadola fest.

GEFRAGTE IMPLANTATE

Das Implantatgeschäft leistete mit einem Umsatzplus von über 20% den grössten Wachstumsbeitrag. Hier waren laut Mitteilung die Implantatpalette Bone Level Tapered (BLT), das Premium-Implantatmaterial Roxolid und die zunehmenden Nachfrage nach hochwertigeren Cone-Morse- und Aqua-Implantaten von Neodent die Wachstumstreiber.

Aber auch das Geschäft mit Zahnrestaurationen sei zweistellig gewachsen, angetrieben von einer starken Nachfrage nach implantatgetragener Standard- und CADCAM-Prothetik. Der kleinste Geschäftsbereich Biomaterialien wachse derweil dynamisch, wobei Knochenersatzmaterialien und Membrane die grösste Nachfrage verzeichneten.

"Wir überlegen es uns, in weitere Segmente ausserhalb des Bereichs Zahnersatz vorzustossen, etwa in den Bereich Zahnkorrektur", erklärte Gadola auch mit Blick auf mögliche Übernahmen. Dagegen sieht er die Gruppe geographisch in allen grösseren Dentalmärkten der Welt mit eigenen Verkaufsorganisationen gut aufgestellt.

BESCHLEUNIGTES US-WACHSTUM

In den einzelnen Marktregionen stieg der Umsatz im wichtigsten Absatzgebiet EMEA um 12% auf 108,0 Mio CHF; organisch resultierte hier ein Anstieg von 10%. Die besten Ergebnisse habe man auf der iberischen Halbinsel, in Russland und in Schweden erzielt, hiess es. Aber auch im grössten Markt Deutschland lief es gut.

In Nordamerika beschleunigte sich das Wachstum auf 19% (organisch +17%), dies mit einem Umsatz von 73,8 Mio CHF. Die zunehmenden Verbreitung des BLT-Implantats habe Wirkung gezeigt. Seit Einführung im Jahr 2014 seien in der Region rund 300'000 BLT-Implantate verkauft worden. Keine Sorgen bereitet Gadola der Trump-Effekt: "Einerseits würden auch wir von tieferen Steuern profitieren und andererseits sind wir in der Lage, sollten die Importzölle erhöht werden, den amerikanischen Markt aus unseren beiden Produktionen in den USA zu bedienen."

In Asien/Pazifik wuchs Straumann um deutliche 30% auf 46,0 Mio (+26%). Hauptverantwortlich dafür war China, wo die Gruppe vom hybriden Distributionsmodell oder dem Erfolg der preislich attraktiven Implantatlösungen von Anthogyr profitiere.

Der Absatz in Lateinamerika schliesslich belief sich auf 25,4 Mio CHF, was einer Steigerung von 45% respektive von 15% organisch entspricht. Der grosse Anstieg in Franken führt Straumann auf die jüngst starke Aufwertung des brasilianischen Real zurück, doch bleibe die Marktlage in Brasilien schwach.

GUIDANCE ERHÖHT

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr erhöht Straumann die Guidance für 2017. Neu rechnet das Management mit einem Umsatzzuwachs im "tiefen zweistelligen Prozentbereich" nachdem bisher ein Plus im "hohen einstelligen Bereich" prognostiziert wurde. Gleichzeitig soll die operative, organische Marge im laufenden Jahr weiterhin verbessert werden. Im Jahr 2016 kam sie bei 24,8% zu liegen. Für das erste Quartal macht Straumann keine Angaben zum Ergebnis.

"Und auch langfristig wollen wir im Vergleich zum gesamten Dentalmarkt überdurchschnittlich wachsen und die Profitabilität verbessern", fügte Gadola an. "Da wir aber einen Grossteil der Margenverbesserung in unser Geschäft reinvestieren, sind in Sachen Profitabilität keine grossen Sprünge zu erwarten", so der CEO.

mk/rw

(AWP)