Straumann vertieft Partnerschaft im 3D-Druck und beteiligt sich an Rapid Shape

(Mit weiteren Angaben und Analystenkommentaren ergänzt) - Der Zahnimplantate-Spezialist Straumann vertieft die bereits vor wenigen Monaten angekündigte Zusammenarbeit mit Rapid Shape. Dabei beteiligt sich Straumann am deutschen Hersteller von 3D-Druckern. Das Ziel der Vertriebspartnerschaft ist die rasche Verbreitung der 3D-Drucktechnologie in Dentallaboren und Zahnarztpraxen.
14.06.2017 09:33

Straumann hat im Rahmen der vertieften Partnerschaft eine Minderheitsbeteiligung von 35% an Rapid Shape übernommen. Das Geld investiere Rapid Shape in den Ausbau der Entwicklung, der Produktion und des Kundendienstes, schreibt Straumann am Mittwoch. Finanzielle Details zu dieser Transaktion werden in der Mitteilung keine genannt.

Mit den 3D-Druckern von Rapid Shape können Dentallabore provisorische Restaurationen, Modelle und Bohrschablonen rasch und in zertifizierter Präzision selber fertigen. Auch Dentalanwendungen wie Modellgüsse, Aufbissschienen oder Tiefziehformen lassen sich damit herstellen. Dank des offenen Systemansatzes können die Anwender zudem eine Vielzahl zertifizierter Materialien verschiedener Hersteller nutzen.

WACHSTUMSMARKT 3D-DRUCK

"Der 3D-Druck wird in der Zahnmedizin eine Schlüsselrolle einnehmen", wird Straumann-Chef Marco Gadola in der Mitteilung zitiert. Laut Branchenstudien soll sich die Anzahl von 3D-Druckern wie auch die Menge der damit angefertigten Teile in der Branche in den nächsten fünf Jahren verdreifachen. Rapid Shape ermögliche es Straumann, 3D-Druck als Teil des Portfolios integrierter Lösungen anzubieten, so Gadola.

Auch Rapid Shape-CEO Andreas Schultheiss streicht die Vorteile der Kooperation hervor: "Mit ihrem grossen Vertriebsteam, der globalen Präsenz und der starken Marke wird Straumann unser bestehendes Vertriebsnetz verstärken." Rapid Shape bleibe aber unternehmerisch autonom und werde auch additive Fertigungssysteme für die Hörgeräte- und die Schmuckbranche weiterentwickeln.

KEINE ÜBERRASCHUNG AM MARKT

Bereits im März des laufenden Jahres hatten Straumann und Rapid Shape eine nicht-exklusive Vereinbarung für den weltweiten Vertrieb von Rapid Shape 3D-Druckern unter eigener Marke durch die Straumann-Gruppe abgeschlossen. In einem Interview im Mai deutete Straumann-CEO Marco Gadola überdies an, dass man eine strategische Beteiligung am 3D-Druck-Spezialisten aus Deutschland anstrebe.

Für Carla Bänziger von der Bank Vontobel stellt der nun abgeschlossene Deal denn auch keine Überraschung dar. Straumann habe mit Rapid Shape einen weiteren Verbündeten gewonnen, um die Marktstellung zu stärken und die Wachstumsraten hoch zu halten, schreibt sie in einem kurzen Kommentar. Die Aktie empfiehlt sie weiterhin zum "Kauf" mit einem Kursziel von 560 CHF.

Auch Sibylle Bischofberger von der ZKB belässt die Empfehlung zur Straumann-Aktie auf "Übergewichten". Straumann gehe konsequent voran, um mit Partnerschaften alles aus einer Hand anbieten zu können, schreibt die Analystin mit Blick auf die Beteiligung an Rapid Shape. Straumann beteilige sich, um auch am Erfolg des Unternehmens partizipieren zu können.

Die Straumann-Aktien gewinnen gegen 9.30 Uhr mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarkts (SPI) 0,5% auf 545,50 CHF. Seit November 2016 sind die Titel von 350 CHF aus stark in die Höhe geklettert und haben Mitte Mai bei 556,50 CHF ein neues Allzeithoch gesetzt.

mk/ys

(AWP)