Streikpause der Lufthansa-Piloten - Dennoch 35 Flugausfälle

Frankfurt/Main (awp/sda/dpa) - Die Lufthansa-Piloten haben am Sonntag erstmals seit Mittwoch nicht zum Streik aufgerufen. Trotzdem sind die Folgen des mehrtägigen Ausstands für manche Passagiere noch zu spüren. Drei Dutzend Flüge fielen aus.
27.11.2016 12:46

"Konkret heisst das, dass heute 35 Flüge betroffen sind", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag in Frankfurt. Insgesamt habe es aber einen weitgehend normalen Flugbetrieb gegeben.

Sollte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auch am Montag nicht zum Streik aufrufen, dürfte der Betrieb komplett normal laufen. Die Piloten wollen neue Aktionen mit einem Vorlauf von mindestens 24 Stunden ankündigen. Bis zum Sonntagmittag gab es keine Ankündigung der Gewerkschaft für weitere Streiks.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens rief die VC zu neuen Gesprächen auf. "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt", sagte Volkens der "Bild am Sonntag". Man müsse einen Kompromiss finden, mit der beide Partner leben können. "Das kann nicht durch Streik erzwungen werden."

350'000 PASSAGIERE BETROFFEN

Die Vereinigung Cockpit hatte am Freitag ein weiteres Lufthansa-Angebot abgelehnt und betont, dass es kein Enddatum für den Streik gebe. Die Inhalte des Angebots habe Lufthansa bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt. "Im Ergebnis heisst das "rechte Tasche-linke Tasche" und ist kein Versuch zu Ergebnissen zu kommen, sondern ein PR-Schachzug", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Am Samstag hatte der Ausstand die Lufthansa noch mal zur Absage von 137 Flügen geführt, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen. Seit Mittwoch strich die Airline insgesamt 2755 Flüge; davon betroffen waren insgesamt rund 345'000 Kunden.

Dazu kommen 35 Flugausfälle am Sonntag als Folge der vorangegangen Streiktage. Acht Flüge seien in München gestrichen, davon fünf Interkontinentalverbindungen, 27 Flüge fallen in Frankfurt aus, 14 davon sind Langstreckenflüge.

(AWP)