Streit um GAM: Glass Lewis unterstützt laut RBR oppositionelle VR-Kandidaten

Im Streit zwischen dem Vermögensverwalter GAM und dem oppositionellen Hedgefonds RBR hat sich der Stimmrechtsberater Glass Lewis in wichtigen Punkten auf die Seite der Investoren um Rudolf Bohli geschlagen. Glass Lewis unterstütze die Wahl von Bohli und von Kasia Robinski in den Verwaltungsrat, teilte RBR am Dienstag mit. Laut den Angaben will Glass Lewis zudem Robinski als VR-Präsidentin wählen und nicht den vom bestehenden Gremium vorgeschlagenen Hugh Scott-Barrett.
18.04.2017 09:11

Die Umstände rechtfertigten eine erneuerte Aufsicht, zitiert RBR in der Mitteilung aus einem Bericht von Glass Lewis. Dem bestehenden Gremium werde nicht zugetraut, die nötige Erholung zustande zu bringen. Kritisiert wird ausserdem die Performance des Unternehmens sowie falsch gesetzte Anreize für das Management.

Vergangene Woche hatte RBR bereits die teilweise Unterstützung des Stimmrechtsberaters ISS vermeldet. Dieser unterstützt demnach ebenfalls die Zuwahl von Bohli und Robinski in den Verwaltungsrat, nicht aber die Wahl von Robinski als VR-Präsidentin. Zudem stellte sich der Stimmrechtsberater gegen die Wiederwahl von Diego du Monceau, der von GAM erneut nominiert wurde, und gegen den Vergütungsbericht.

Ebenfalls vergangene Woche hatte der GAM-Verwaltungsrat die Unterstützung von Grossaktionär Silchester International Investors bei den VR-Wahlen vermeldet. Der Aktionär, der gegenwärtig 19,02% der Stimmrechte kontrolliere, wolle an der Generalversammlung vom 27. April bei den entsprechenden Traktanden im Sinne des Verwaltungsrats abstimmen. Die Einstellung zu den weiteren Traktanden sei hingegen von Silchester nicht kommentiert worden, hatte es damals geheissen.

Am Dienstagmorgen hat das GAM-Management und der Verwaltungsrat seine Position in einer weiteren Mitteilung unterstrichen. Dabei wurde unter anderem auf einen Netto-Neugeldzufluss im ersten Quartal von 2,8 Mrd CHF verwiesen. Dies sei ein Beleg für die Richtigkeit der Strategie. Ausserdem kündigte VRP-Kandidat Hugh Scott-Barrett eine Überprüfung der Vergütungsstrukturen an.

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(AWP)