Streit um US-Raketen in Südkorea drückt Hyundais Verkäufe

Der VW-Konkurrent Hyundai hat im ersten Quartal 2017 infolge rückläufiger Verkäufe im Nachbarland China weniger verdient. Der Überschuss ging im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 1,41 Billionen Won (1,15 Mrd Euro) zurück, wie Südkoreas Branchenführer am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz kletterte zugleich um fünf Prozent auf knapp 23,4 Billionen Won. Hyundai verkaufte nach eigenen Angaben zwischen Januar und März 1,09 Millionen Autos - 20 000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz in China, dem weltgrössten Automarkt, fiel um 46 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2016.
26.04.2017 11:07

Grund für den Einbruch ist ein Streit um die geplante Aufstellung eines neuen US-Raketenabwehrsystems auf südkoreanischem Boden. Obwohl sich die Abwehrraketen vom Typ THAAD vor allem gegen Nordkorea richten sollen, sieht China in der Stationierung seine eigenen Sicherheitsinteressen bedroht. Der Streit wirkt sich auch auf den Kauf südkoreanischer Produkte in China aus.

Zu den Aussichten äusserte sich Hyundai vorsichtig. Die Unsicherheit im Geschäftsumfeld werde vorläufig wohl andauern, hiess es. Doch erwarte das Unternehmen, dass verbesserte Produkte wie kleine SUV und Modelle der Hyundai-Marke Genesis helfen, den Verkauf anzutreiben und "zu einer graduellen Erholung der Gewinne führen", hiess es./dg/DP/zb

(AWP)