Ströer baut neues Geschäftsfeld Dialogmarketing weiter aus

(Ausführliche Fassung) - Der Werbevermarkter Ströer ist in der noch jungen Sparte des Dialogmarketings weiter auf Einkaufstour. Wenige Wochen nach dem Kauf von 75 Prozent des Telefonvertriebs Avedo wird der neue Bereich mit dem Erwerb des Direktvertriebs Ranger gestärkt, wie das Unternehmen am Mittwoch in Köln mitteilte. Verkäufer ist der Finanzinvestor Waterland. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Die im MDax notierte Aktie legte rund ein Prozent zu.
02.08.2017 13:34

Durch die Übernahme werde der Umsatz um 70 Millionen Euro und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10 Millionen Euro zulegen. Auch beim Ergebnis je Aktie werden positive Effekte erwartet. Dabei sind mögliche positive Folgen aus der Zusammenarbeit mit den anderen Ströer-Geschäftsfeldern nicht mit eingerechnet. Ranger beschäftigt in Deutschland an rund 100 Standorten zirka 1 500 Vertriebsmitarbeiter.

Ströer setzte im vergangenen Jahr 1,12 Milliarden Euro um und verdiente dabei knapp 72 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte zuletzt einige andere kleinere Wettbewerber, aber auch das Internetportal T-Online und den Statistikanbieter Statista gekauft. Mit diesen Übernahmen sowie dem jüngsten Auf- und Ausbau der Telefonvertriebssparte will Ströer noch unabhängiger vom Stammgeschäft mit der Aussen- und Plakatwerbung werden.

Ströer ist schon seit einiger Zeit auch mit Internetportalen aktiv. So betreibt das Kölner Unternehmen mit seinen bisher rund 4 500 Mitarbeitern unter anderem schon die Seiten Giga.de, Spieletipps.de und Wetter.info. An der Börse kam der Ausbau des neuen Geschäftsfelds gut an. Die Aktie setzte ihre jüngste Erholung fort.

Im vergangenen Jahr war Ströer unter Beschuss des Hedgefonds und Leerverkäufers Muddy Waters geraten. Dieser hatte die Unternehmensziele in Frage gestellt und damit für einen Kursrutsch gesorgt. Seit dem Zwischentief von Anfang Dezember konnte die Aktie inzwischen wieder mehr als 60 Prozent zulegen. Der Börsenwert liegt jetzt mit 3,1 Milliarden Euro wieder fast auf dem Rekordniveau von knapp 3,6 Milliarden Euro von Ende 2015./zb/kro/fbr

(AWP)