Strompreise für Haushalte dürften 2017 etwas tiefer ausfallen

(Meldung ergänzt)
12.09.2016 16:50

Bern (awp/sda) - Die Schweizer Haushalte dürfen im kommenden Jahr mit leicht tieferen Strompreisen rechnen. Das hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) errechnet. Nur rund ein Drittel der Netzbetreiber erhöhen demnach ihre Tarife, während rund zwei Drittel sie senken.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 4'500 Kilowattstunden pro Jahr werde 2017 durchschnittlich 20,2 Rappen pro Kilowattstunde bezahlen. Das seien zwei Prozent weniger als in diesem Jahr, teilte die ElCom am Montag mit. Auf ein Jahr gerechnet entspreche dies einer Stromrechnung von 910 CHF. Das sind 20 CHF weniger als in diesem Jahr.

Die Tarife setzen sich zusammen aus den Netzkosten, den Energiepreisen, der Bundesabgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien und den Abgaben an die Gemeinwesen.

Für 2017 sind bei den Tarifen gegenläufige Entwicklungen zu beobachten. Einerseits sinken für die Haushalte die Netzkosten leicht (-2%), und die Energiepreise gehen ebenfalls zurück (-3%).

Andererseits steigt per 1. Januar 2017 die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), mit der die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien gefördert wird, von 1,3 auf 1,5 Rappen pro Kilowattstunde. Dies entspricht einem Anstieg von 15%.

Die Abgaben und Leistungen an die Gemeinwesen schliesslich bleiben stabil. Sie belaufen sich für einen Haushalt weiterhin auf 0,9 Rappen pro Kilowattstunde.

PREISE VARIIEREN

Für die kleinen und mittleren Unternehmen ergibt sich laut der ElCom ein ähnliches Bild wie für die Haushalte. Auch bei den KMU würden Netzkosten und Energiepreise sinken, während die KEV steige und die Abgaben an Gemeinde und Kantone konstant blieben.

Die Preise variieren von Region zu Region und sind von diversen Faktoren abhängig - so auch davon, wie effizient ein Netzbetreiber selbst arbeitet oder wie günstig dieser Strom einkauft.

Die Prognose der ElCom basiert auf den Meldungen der rund 660 Schweizer Netzbetreiber. Konsumentinnen und Konsumenten können die Tarife 2017 der einzelnen Gemeinden und Verteilnetzbetreiber auf der Internetseite www.strompreis.elcom.admin.ch abrufen und vergleichen.

GÜNSTIGER AUSLÄNDISCHER STROM

Vor rund zehn Tagen hatten die Stromunternehmen ihre eigenen Prognosen veröffentlicht. Sie gehen ebenfalls davon aus, dass die Strompreise nächstes Jahr in der Schweiz im Durchschnitt leicht sinken werden - trotz höherem Zuschlag für grünen Strom.

Für den tieferen Strompreis gebe es mehrere Faktoren: Erstens könnten Elektrizitätsunternehmen derzeit dank gesunkenen Preisen günstiger Strom aus dem Ausland beziehen.

Zweitens wirkten auch betriebliche Effizienzsteigerungen und der tiefere Kapitalkostensatz zur Verzinsung der Netze tendenziell preissenkend, wie der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) Ende August mitteilte. Er berief sich dabei auf eine Umfrage unter 30 Mitgliedern seines Verbandes.

(AWP)