Studie: 2016 war ein maues Jahr für Börsengänge in Deutschland

HAMBURG (awp international) - Angesichts der grossen Unsicherheit an den Kapitalmärkten waren Börsengänge in Deutschland im Jahr 2016 einer Studie zufolge Mangelware. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Neuemissionen von 15 auf 5 und damit auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008, wie die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation, Kirchhoff Consult, ermittelte. Das Emissionsvolumen der Börsengänge in Deutschland sei um 28 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro geschrumpft, hiess es in der am Montag vorgestellten Studie.
19.12.2016 15:58

Noch trüber wäre die Bilanz ohne den Börsengang von Innogy ausgefallen. Die RWE -Tochter alleine habe für ein Emissionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro gestanden. Mit 4,6 Milliarden Euro schaffte Innogy sogar den zweitgrössten IPO weltweit und erreichte in Deutschland einen Anteil von rund 90 Prozent am Emissionsvolumen aller Börsengänge, wie es hiess. Die übrigen Unternehmen sammelten vergleichsweise geringe 500 Millionen Euro ein.

Für 2017 erwartet Kirchhoff Consult rund 15 Börsengänge in Deutschland. "Wir sind zuversichtlich, dass sich der IPO-Markt im nächsten Jahr deutlich erholen und eventuell sogar an das starke Jahr 2015 anknüpfen wird", sagt Vorstandschef Klaus Rainer Kirchhoff. Auch auf dem Markt für Mittelstandsanleihen rechnet er mit 15 Emissionen und damit mit einer Stabilisierung. 2016 sei die Zahl hier von 21 auf 14 gesunken.

Ähnlich wie bei den Börsengängen rettete auch bei den Mittelstandsanleihen ein einzelner Emittent die Bilanz. Die Prokon Regenerative Energien eG nahm mit einer 410 Millionen Euro schweren Anleihe rund 48 Prozent des gesamten Platzierungsvolumens ein. Trotz der rückläufigen Zahl der Emissionen legte dieses so um 15 Prozent auf 849 Millionen Euro zu./she/mis/he

(AWP)