Südkorea-Skandal belastet Reckitt Benckiser - Schadenersatzzahlungen

LONDON (awp international) - Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser ist trotz eines Kaufboykotts in Südkorea im ersten Halbjahr vor allem dank seiner Arzneimittel gewachsen. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe legte der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 4 Prozent auf knapp 4,6 Milliarden britische Pfund (5,5 Mrd Euro) zu, wie der Henkel -Konkurrent am Freitag mitteilte. Analysten hatten allerdings etwas mehr erwartet. Zu aktuellen Wechselkursen stiegen die Erlöse um 5 Prozent.
29.07.2016 10:09

Der operative Gewinn ging aufgrund von Schadenersatzzahlungen um fast ein Fünftel auf 762 Millionen Pfund zurück. Das Unternehmen hatte im Mai nach fünf Jahren die Verantwortung für Todesfälle und Verletzte in Südkorea durch ein giftiges Desinfektionsmittel für Luftbefeuchter übernommen. Die Schadenersatzzahlungen hätten das operative Ergebnis mit 319 Millionen Euro belastet, hiess es. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um mehr als 25 Prozent auf 528 Millionen Pfund. Ohne die Entschädigungszahlungen wären die Ergebnisse deutlich gestiegen.

Reckitt erzielt den Grossteil seines Umsatzes mit Haushaltsreinigern (Finish, Cillit Bang, Sagrotan). Die grössten Zuwächse erzielte das Unternehmen hingegen mit Arzneimitteln (Dobendan, Nurofen, Gaviscon). In Brasilien verkauften sich zudem aufgrund des Zika-Virus Mückenabwehrmittel gut./mne/jha/fbr

(AWP)