Südafrikas Wettbewerbshüter: Bayer muss für Monsanto auf Saatgutmarke verzichten

Die südafrikanische Wettbewerbsbehörde hat die Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den deutschen Rivalen Bayer nur unter Auflagen genehmigt. Bayer müsse sich weltweit von der Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty trennen, erklärte die Competition Commission South Africa am Sonntag in Pretoria. Die Behörde begründete ihre Forderung mit der Sorge, dass durch den Zusammenschluss der Wettbewerb im Saatgut-Geschäft leiden könnte. Bayer war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
07.05.2017 18:56

Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer arbeitet seit Monaten an der Übernahme von Monsanto. Insgesamt müssen etwa 30 Behörden zustimmen. Auf der Hauptversammlung Ende April hatte Konzernchef Werner Baumann gesagt, es lägen bereits sechs Freigaben vor. Es gebe insgesamt nur wenige Überlappungen. Mit einem Abschluss der Transaktion sei weiterhin Ende 2017 zu rechnen. Wenn die 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme klappt, steigt Bayer auf einen Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. Es ist zudem der grösste Zukauf eines deutschen Konzerns im Ausland.

Nicht nur bei manchen Grossaktionären von Bayer stösst die Übernahme angesichts der Risiken aber auf Kritik, etwa wegen der hohen Verschuldung und möglicher Reputationsschäden. Auch Umweltschützer, Nicht-Regierungsorganisationen, kirchliche Gruppen und Parteien haben sich dagegen ausgesprochen. Sie befürchten durch den Zusammenschluss unter anderem eine zunehmende Abhängigkeit der Landwirte von Grosskonzernen, höhere Preise und eine geringere Artenvielfalt./das

(AWP)