Südzucker sieht sich auf Weg zu Jahreszielen

(Ausführliche Fassung) - Der Zuckerkonzern Südzucker hat im ersten Geschäftsquartal von guten Geschäften im Zuckersegment und seiner Tochter Cropenergies profitiert. Den Jahresausblick hat das Unternehmen bestätigt. Spannend wird es für Südzucker Ende September. Dann läuft die Zuckermarktordnung in der EU aus.
13.07.2017 08:57

Im Zeitraum von März bis Ende Mai stieg der Umsatz um fast 11 Prozent auf 1,783 Milliarden Euro, wie der MDax -Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten im wesentlichen mit so einer Umsatzentwicklung gerechnet.

Der operative Gewinn legte um fast 40 Prozent auf 153 Millionen Euro zu. Hier schnitt Südzucker besser als erwartet ab. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn kletterte um fast 49 Prozent auf 81 Millionen Euro. Die Aktie war auf der Handelsplattform Tradegate am Morgen rund 1,6 Prozent im Plus. Händler lobten das operative Ergebnis.

Den rückläufigen Absatz mit Zucker konnte der Konzern mit höheren Preisen mehr als kompensieren. Das operative Ergebnis in diesem Bereich verdreifachte sich fast. Das Segment Spezialitäten (u.a. Freiberger Pizza oder Stärke) konnte zwar den Umsatz steigern, das operative Ergebnis war aber leicht rückläufig und konnte nicht das Niveau des Vorjahresquartals erreichen, was insbesondere auf gestiegene Rohstoffkosten zurückzuführen ist.

Höhere Preise für Ethanol und die Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlage in Wilton haben bei der Tochter Cropenergies für bessere Geschäfte gesorgt. Der Biosprithersteller legte bei Umsatz und operativem Ergebnis ordentlich zu. Das Segment Frucht legte bei beiden Kennziffern leicht zu.

Ende September 2017 läuft die Zuckermarktordnung in der EU aus, die fast fünf Jahrzehnte lang Produktionsquoten und Mindestpreise für Zuckerrüben reguliert hat. Dann müssen sich die europäischen Zuckerhersteller dem weltweiten Wettbewerb stellen. Experten gehen davon aus, dass sich die Zuckerpreise in der EU nach dem Ende der Regulierung zunächst einmal abschwächen werden.

Die wegfallenden Exportbeschränkungen will der Konzern nutzen. Bis zu 500 000 Tonnen mehr Zucker als bisher will Südzucker ins aussereuropäische Ausland verkaufen, hiess es auf der Jahrespressekonferenz im Mai. Dafür hat der Konzern Vertrieb und Logistik umgerüstet und die Anbaufläche erhöht. Wie aus den Unterlagen zum ersten Quartal hervorgeht, ist die Rübenanbaufläche um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet worden.

Für das Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit Erlösen von 6,7 bis 7,0 (2016/17: 6,5) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis soll in einer Bandbreite von 425 bis 500 (2016/17: 426) Millionen Euro rauskommen./stk/nas/stb

(AWP)