Sulzer holt im H1 mehr Aufträge - Umsatz organisch und Reingewinn tiefer

(Durchgehend ergänzt, Wachstum Auftragseingang Q1 korrigiert) - Der Industriekonzern Sulzer hat im ersten Semester 2017 deutlich mehr Bestellungen erhalten, wobei der Grossteil des Zuwachses auf Akquisitionen zurückzuführen ist. Bereinigt um diese resultierte noch ein leichtes Plus, während der Umsatz organisch gesehen schrumpfte. Rückläufig waren auch der EBIT und der Reingewinn. Der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde mit Blick auf den Auftragseingang erhöht, die Umsatz- und Margenguidance wurde dagegen bestätigt.
27.07.2017 07:37

Der Auftragseingang erhöhte sich um 12,0% auf 1,59 Mrd CHF. Bereinigt um Währungs- und vor allem Akquisitionseffekte ergab sich noch ein Plus von 1,9%, nach +2,0% im ersten Quartal. Übernahmen trugen insgesamt 10,6% zum Auftragswachstum bei, wie Sulzer am Donnerstag mitteilt. Insgesamt belief sich der 2016 zugekaufte Bestellungseingang auf 150 Mio CHF. Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 1,65 Mrd CHF um knapp 15% über dem Stand von Ende Dezember.

Der Bestellungseingang im Öl- und Gasmarkt habe sich auf einem tiefen Niveau stabilisiert, wobei im Downstream-Segment erhöhte Aktivität zu verzeichnen gewesen seien. Im Energiemarkt habe sich der Bestellungseingang dank des Beitrags der übernommenen Rotec verbessert und im Wassermarkt seien die Aufträge vor allem wegen des Bereichs Engineered Water zurückgegangen.

UMSATZ GEHT ORGANISCH KLAR ZURÜCK

Der Umsatz legte um 3,4% zu auf 1,43 Mrd CHF, wogegen organisch ein Minus von 6,7% resultierte. Dieser Rückgang wird vor allem auf das Geschäftsfeld Öl und Gas zurückgeführt.

Der operative EBITA verbesserte sich um 7,5% auf 106,1 Mio und die entsprechende Marge um 30 Basispunkte auf 7,4%. Hier hätten die Einsparungen des SFP-Programms von 26 Mio CHF die negativen Auswirkungen des anspruchsvollen Marktumfelds mehr als ausgeglichen.

Der EBIT ging dagegen um gut 32% auf 55,3 Mio CHF zurück. Im Vorjahr fiel hier ein positiver Effekt aus der Pensionskasse an, welcher nun wegfällt. Das Betriebsergebnis war zudem beeinträchtigt durch Restrukturierungsaufwand und die Kosten des SFP-Programms. Der Reingewinn der Aktionäre reduzierte sich um knapp 27% auf 36,9 Mio CHF.

Das Sulzer Full Potential-Programm (SFP) ist laut Mitteilung auf Kurs, bis Ende Jahr weitere Einsparungen in der Höhe von 40 bis 60 Mio CHF zu bringen. Bis Ende 2018 soll der Wert weiterhin auf insgesamt 200 Mio CHF ansteigen. Bisher habe das Programm geholfen, die Herausforderungen des Marktes abzufedern, sobald aber die Markterholung einsetze, werde es auch zur Margensteigerung beitragen.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Sulzer die Erwartungen der Analysten in etwa erreicht, besser mit Auftragseingang und EBITA, eher knapp mit Umsatz, EBIT und Reingewinn.

PUMPS EQUIPMENT FÄLLT IN DIE VERLUSTZONE

Die grösste Division Pumps Equipment verzeichnete währungsbereinigt einen etwas höheren Bestellungseingang von 591 Mio CHF, organisch blieb er "weitgehend stabil". Hier verzeichnete der Öl- und Gasmarkt ein Wachstum, wogegen der Energie- und der Wassermarkt rückläufig waren. Der Markt allgemeine Industrie legte dank der Akquisition von Ensival Moret zu.

Der Umsatz der Division war dagegen mit 529 Mio organisch gesehen rückläufig. Dies sei hauptsächlich auf das Timing von Projekten sowie das "signifikant" tiefere Umsatzvolumen im Öl- und Gasmarkt als Folge des niedrigen Bestellungseingangs im Vorjahr zurückzuführen. Deshalb fiel auch der operative EBITA mit -12,7 Mio CHF in den negativen Bereich. Für das Gesamtjahr wird hier aber das Erreichen des Breakeven prognostiziert.

In der Service-Division Rotating Equipment Services nahmen die Bestellungen organisch gesehen leicht zu, während der Umsatz ein wenig zurückging. Die EBITA-Marge verbesserte sich um 20 Basispunkte auf 12,4%. Die Division Chemtech legte dagegen dank des Trenntechnologiegeschäfts kräftig zu und verbesserte die operative Marge auf 4,9% klar.

PROGNOSE FÜR BESTELLUNGSEINGANG ERHÖHT

Die neu gebildete Division Applicator Systems verzeichnete einen Bestellungseingang von 210 Mio sowie einen Umsatz von 209 Mio CHF und legte damit beinahe so kräftig zu wie Chemtech. Die Marge lag mit 21,6% auf einem vergleichsweise hohen Niveau, fiel dabei gegenüber dem Vorjahr allerdings um 670 Basispunkte markant zurück.

Für das Gesamtjahr 2017 werden die Prognosen für Umsatz und operative Marge bestätigt, diejenigen für den Auftragsbestand dagegen erhöht. Der Bestellungseingang einschliesslich der 2016 getätigten Akquisitionen soll demnach um 7 bis 10% wachsen, bisher galt eine Prognose von 5 bis 8%. Weiterhin wird für das Umsatzwachstum ein Wert von 3 bis 5% anvisiert sowie für die EBITA-Marge ein solcher von 8,5%.

cf/cp

(AWP)