Sulzer mit mehr Gewinn und weniger Bestellungen - Sparprogramm zeigt Wirkung

(Meldung durchgehend ausgebaut)
26.07.2016 07:54

Winterthur (awp) - Der Industriekonzern Sulzer hat im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz und den operativen Gewinn im Jahresvergleich praktisch halten können. Die Bestellungen gingen aber wegen eines Einbruchs im wichtigen Öl- und Gasmarkt weiter zurück. Gleichwohl passt das Unternehmen seine Prognose für den Geschäftsverlauf leicht nach oben an.

Wie Sulzer am Dienstag mitteilte, sackte der Bestellungseingang um 10% auf 1,42 Mrd CHF ab. Im zweiten Quartal indes hätten sich die Bestellungen sequentiell um 8% erhöht. Und in einer regionalen Betrachtung habe sich der Bestellungseingang in China weiter erholt.

Die Bruttomarge des Bestellungseingangs stieg den Angaben zufolge um 1,7 Prozentpunkte auf 34,6%. Dies wegen eines höheren Anteils des Aftermarket-Geschäfts, sprich für Ersatzteile und Dienstleistungen. Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 1,55 Mrd CHF um 2,5% höher als per Ende Dezember. Der Umsatz reduzierte sich um 0,9% auf 1,38 Mrd.

SPARPROGRAMM ZEIGT WIRKUNG

Wesentliche Einsparungen aus dem Sulzer Full Potential-Programm (SFP) hätten jedoch die negativen Auswirkungen des anspruchsvollen Marktumfelds ausgeglichen, so Sulzer weiter. Man habe im ersten Halbjahr 2016 daraus Kosteneinsparungen von 36 Mio CHF realisiert, bis Ende des Jahres werde der Wert auf 60 bis 80 Mio steigen.

Das Programm hat jährliche Kosteneinsparungen von insgesamt rund 200 Mio CHF zum Ziel, die ab 2018 vollständig zum Tragen kommen sollen. Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigte Sulzer zum Ende der Berichtsperiode am 30. Juni 8,5% weniger Mitarbeiter, total waren es noch 13'876.

Der freie Cash Flow entwickelte sich mit 3,7 Mio CHF stark rückläufig, nach einem Wert von 33,3 Mio im Vorjahr. Die Cash-Flow-Generierung werde vor allem gegen Ende des Jahres stattfinden, erklärt Sulzer. Zudem hätten im bisherigen Jahresverlauf Ausgaben von 24 Mio CHF für das SFP-Programm zu Buche geschlagen.

In der Folge stieg der Betriebsgewinn auf der Stufe EBIT gegenüber dem Vorjahr um gut 72% auf 81,7 Mio CHF. Der von Sulzer als massgebliche Kennzahl herausgestellte operative EBITA nahm derweil um 0,4% auf 98,7 Mio zu bei einer unveränderten Marge von 7,1%. Der Reingewinn der Aktionäre kletterte um rund 50% auf 50,4 Mio CHF.

Mit den ausgewiesenen Zahlen lag Sulzer etwas über den Schätzungen von Analysten.

ÖL- UND GASMARKT BELASTET

Der Bestellungseingang der Division Pumps Equipment war um fast 13% rückläufig auf 730,5 Mio CHF. Hauptursache ist der Öl- und Gasmarkt, der einen signifikanten Einbruch verzeichnet habe. In den Märkten Energie und Wasser seien die Bestellungen hingegen gestiegen, in der allgemeinen Industrie unverändert geblieben. Eine stark rückläufige Nachfrage berichtet Sulzer für Europa und Afrika, während sie im Nahen Osten zugelegt habe. Die Division verbuchte mit 31,7 Mio CHF einen stabilen operativen EBITA.

Auch die Division Rotating Equipment Services nahm mit 344,2 Mio CHF (-5,4%) weniger Bestellungen entgegen; die Bruttomarge sei ebenfalls gesunken. Schwach war die Nachfrage nach Firmenangaben in der Region EMEA und hier insbesondere in Grossbritannien. Auch die Bestellungen aus dem Öl- und Gasmarkt seien gesunken. Trotz Umsatzrückgang um 2,8% auf 324,6 Mio CHF sei der operative EBITA um 9% auf 30,3 Mio und die Marge um einen Prozentpunkt auf 9,3% verbessert worden. Sulzer begründet dies mit Restrukturierungen in der EMEA-Region.

Die Division Chemtech vermeldete einen Rückgang beim Bestellungseingang um 9,7% auf 353,3 Mio CHF, was zur Hauptsache auf den schwachen Öl- und Gasmarkt sowie einen Basiseffekt (Grossauftrag im Nahen Osten im Vorjahr) zuzuschreiben sei. Die Bruttomarge der neuen Aufträge sei jedoch insgesamt angestiegen. Der operative EBITA der Division nahm um 0,6% auf 34,0 Mio CHF zu.

GUIDANCE LEICHT ERHÖHT

Mit Blick auf das gesamte Jahr gibt sich Sulzer etwas zuversichtlicher als zuletzt. Rechnete man bis dato mit einem Rückgang bei den Bestellungen für das Gesamtjahr um 5-10%, geht das Unternehmen neu davon aus, dass der Rückgang "in der Nähe von minus 5%" liegen dürfte. Die Prognosen für den Umsatz (minus 5-10%) und die operative EBITA-Marge (ungefähr 8%) werden bestätigt.

ra/uh

(AWP)