Sulzer nach Zahlen schwach - Gewinnmitnahmen

Die Aktien des Industriekonzerns Sulzer geben am Donnerstag in einem freundlichen Gesamtmarkt deutlich nach. Die am Morgen vorgelegten Zahlen haben die Erwartungen zum Teil etwas übertroffen, zum Teil aber auch leicht verfehlt. Per Saldo wurden die Zahlen indes als in etwa "in line" bezeichnet und mehrheitlich positiv kommentiert. Dass Sulzer den Ausblick für den Bestellungseingang nach oben revidiert hat, war so im Markt erwartet worden. Die Abgaben in der Aktie werden insbesondere mit der starken Entwicklung im Vorfeld der Zahlenpublikation begründet. Es komme also mangels positiver Überraschungen zu Gewinnmitnahmen, heisst es am Markt.
27.07.2017 12:31

Um die Mittagszeit büssen Sulzer um 5,0% ein. Gehandelt ist bereits mehr als das Doppelte eines üblichen Tagesvolumens. Der Gesamtmarkt (SPI) steht 0,31% höher.

Der Auftragseingang lag etwas über den Erwartungen, der Umsatz und der EBIT leicht darunter, so das Fazit der Zürcher Kantonalbank in einer Einschätzung. Dass der Ausblick für den Bestellungseingang nach oben revidiert wurde, sei zu erwarten gewesen. Aufgrund des ansprechenden Auftragseingangs sei das Ergebnis insgesamt leicht positiv zu werten. Anpassungsbedarf für ihre Schätzungen sieht die Bank nur im marginalen Bereich. Die Einstufung verbleibt bei "Marktgewichten".

Die Ergebnisse von Sulzer würden die Stabilisierung im Öl- und Gasgeschäft untermauern, heisst es in einem Kommentar der Bank Vontobel. Trotz der Verluste in der Division Pumpen sei zudem die Profitabilität verbessert worden, dies dank des SFP-Programms und der neuen Division APS. Diese beiden Faktoren hätten den negativen Einfluss durch den anhaltenden Preisdruck und die insbesondere in der Division Pumps tieferen Volumina wettgemacht. Auch Vontobel, welche den Titel mit "Buy" einstuft, will die Schätzungen lediglich "fine-tunen".

Bei Baader Helvea heisst es, dass Sulzer die Erwartungen sowohl mit dem Ergebnis an sich als auch mit dem Tempo der Transformation des Business Portfolios erfüllt oder gar übertroffen habe. Dies gelte insbesondere für den Bestellungseingang, das Sparprogramm, die Verbesserung im Öl- und Gasmarkt, die hohen Margen in der Division APS und für den Ausblick. Dieser dürfte nach Ansicht von Baader Helvea hinsichtlich des Bestellungseingangs nach wie vor auf der konservativen Seite liegen. Das Potential durch das verbesserte Momentum dürfte allerdings erst 2018 voll durchschlagen. Die positive Einschätzung gegenüber dem Titel bleibt unverändert, entsprechend lautet die Empfehlung auch hier: "Buy".

cf/yr

(AWP)