Sulzers Auftragseingang leidet weiter unter Öl- und Gasmarkt - Guidance stabil

(Ausführliche Fassung)
20.10.2016 07:52

Winterthur (awp) - Beim Industriekonzern Sulzer hat sich wie angekündigt der Bestellungseingang im dritten Quartal erneut reduziert. Dafür waren nebst der anhaltenden Schwäche im Öl- und Gasmarkt saisonale Schwankungen verantwortlich sowie das Timing einiger Aufträge im Wassermarkt. Der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr wird bestätigt und die Integration der vor kurzem übernommenen GEKA verläuft ebenso nach Plan wie das SFP-Programm.

Der Bestellungseingang reduzierte sich in den ersten neun Monaten 2016 um 9,0% auf 2,07 Mrd CHF. Bereinigt um Währungseinflüsse ergab sich noch ein Minus gegenüber dem Vorjahr von 7,8%, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Der negative Währungseffekt beläuft sich damit auf 1,2%. Sulzer hat damit die Erwartungen der Analysten in etwa erreicht.

Im dritten Quartal verringerte sich der Auftragseingang gegenüber der Vorjahresperiode währungsbereinigt um 4,9%, dies bei einem Währungseffekt von -1,4%. Nach einem währungsbereinigten Minus von 5,1% im zweiten Quartal und von gut 13% im ersten, hat sich damit das Tempo des Rückgangs nicht weiter erhöht. Auf sequentieller Basis sei der Bestellungseingang im dritten Quartal allerdings rückläufig, was auf die üblichen saisonalen Schwankungen, die anhaltende Schwäche im Öl- und Gasmarkt sowie das Timing einiger Aufträge zurückzuführen sei, heisst es weiter.

NOCH KEINE BESSERUNG IM ÖL- UND GASMARKT

Seit Jahresbeginn habe sich der Energiemarkt verbessert, während der Wassermarkt und die allgemeine Industrie auf Vorjahresniveau verblieben seien. Dagegen habe sich der Öl- und Gasmarkt weiterhin rückläufig entwickelt. Im dritten Quartal wuchs der Energiemarkt in den Divisionen Pumps Equipment und Rotating Equipment Services weiter an. Die allgemeine Industrie verbesserte sich ebenfalls leicht, getrieben durch die Erstkonsolidierung des akquirierten Unternehmens GEKA in der Division Chemtech. Der Wassermarkt war aufgrund des Timings einiger Aufträge im dritten Quartal dagegen rückläufig.

Zum schwierigen Öl- und Gasmarkt schreibt Sulzer, dass das anspruchsvolle Umfeld anhalte und das Preisniveau weiterhin sinke. Verglichen mit dem Vorjahr habe sich der Auftragseingang im dritten Quartal "erheblich" reduziert und sei auch auf sequentieller Basis rückläufig gewesen.

Regional gesehen habe China weiterhin gute Ergebnisse gebracht. Dort seien alle drei Divisionen im dritten Quartal gewachsen, womit auch die Region Asien/Pazifik einen positiven Bestellungseingang verzeichnete. Hauptsächlich wegen der Flaute im Öl- und Gasmarkt seien dagegen die Aufträge in den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika sowie Nord-, Mittel- und Südamerika zurückgegangen.

GEKA-INTEGRATION UND SFP-PROGRAMM NACH PLAN

Zum seit längerem laufenden Sulzer Full-Potential-Programm (SFP) heisst es, dass dieses nach Plan verlaufe und die für 2016 erwarteten Einsparungen bringen werde. Sulzer hatte diese auf 60 bis 80 Mio CHF für das Gesamtjahr veranschlagt. Bis 2018 sollen Einsparungen von insgesamt 200 Mio CHF erreicht werden. Über 75% der Gesamteinsparungen seien durch bereits eingeleitete Massnahmen gesichert, und bis Jahresende 2016 sollen sämtliche Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet sein.

Die im Juli angekündigte Akquisition der deutschen Geka wurde im August abgeschlossen. Die Integration von Geka verläuft laut Sulzer wie geplant. Ab 2017 werden die kombinierten Geschäfte Geka und Sulzer Mixpac Systems (SMS) wie angekündigt in einer Einheit zusammengelegt. Diese läuft unter dem Namen "Applicator Systems", womit Sulzer wieder über vier Divisionen berichten wird. Weiter wird per Anfang 2017 das Ersatzteilgeschäft der Division Pumps Equipment in die Division Rotating Equipment Services verlagert, was die Struktur für die Kunden weiter vereinfachen soll.

Für das Gesamtjahr 2016 werden die bisherigen Prognosen bestätigt. Demnach wird ein Rückgang des Bestellungseingangs "in der Nähe von minus 5%" erwartet sowie ein Minus beim Umsatz zwischen 5 und 10% sowie eine operative EBITA-Marge von rund 8%.

cf/rw

(AWP)