Sunrise im Q3 mit markant höherem Reingewinn dank Verkauf von Sendemasten

(Titel angepasst, zuvor hiess es Q2 statt Q3) - Der Telekomanbieter Sunrise hat im dritten Quartal etwas weniger Umsatz und einen leicht tieferen Betriebsgewinn erzielt als im Vorjahreszeitraum, konnte sich aber beim Reinergebnis deutlich steigern. Grund hierfür ist der Verkauf von Sendeantennen. Erfreut ist die Gesellschaft über die Entwicklung der Kundenzahl. Die Ziele für das Gesamtjahr werden bestätigt.
09.11.2017 08:37

CEO Olaf Swantee ist mit dem Geschäftsverlauf im dritten Quartal zufrieden. Es sei das zweite Quartal in Folge, das sich durch eine Stabilisierung des Bruttogewinns ausgezeichnet habe, wird er in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Weiter heisst es: "Das Quartal wies das stärkste Kundenwachstum in den Sommermonaten seit vielen Jahren aus."

Beim Umsatz zeigt sich dieses Wachstum allerdings nicht auf den ersten Blick. Dieser nahm nämlich zwischen Juli und September um 3,7% auf 460 Mio CHF ab. Als Hauptgrund für den Rückgang nennt Sunrise - wie schon im Q2 - die Senkung der Mobilterminierungsgebühren (Mobile Termination Rates, MTR), die per 1. Januar 2017 in Kraft traten. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz nur um 1,2% geschrumpft. Dieser Rückgang wiederum sei auf das margenschwache Hardware- und Hubbing-Geschäft zurückzuführen, heisst es.

HÖHERER SERVICE-UMSATZ

Der Service-Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr dafür um 2,3% (MTR-bereinigt) zu. Und mit dem Kundenwachstum habe man auch den rückgängigen durchschnittlichen Umsatz pro Kunde kompensieren können, so Sunrie. Konkret gewann der Konzern netto knapp 27'000 neue Mobilfunk-Abokunden. Die Zahl der Internet-Abonnenten stieg um +13% auf gut 410'000, während die TV-Abonnenten gegenüber dem Vorjahr um +32% auf gut 200'000 zugnahmen.

Trotzdem entwickelte sich die Profitabilität von Sunrise leicht negativ. Der Bruttogewinn stagnierte, nachdem er im Vorquartal noch um 1,0% zugenommen hatte. Das operative Ergebnis (bereinigter EBITDA) verringerte sich gar um 2,5% auf 158 Mio CHF. Verantwortlich für das Minus seien höhere Netzwerk-Service-Kosten nach der Veräusserung der Sendemasten an das Konsortium Cellnex im August 2017, heisst es. Die entsprechende Marge (ohne Hubbing) kam bei 41,5% nach 42,2% zu liegen.

Unter dem Strich weist die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekommarkt dafür einen massiv höheren Nettoquartalsgewinn von 442 Mio CHF nach 22 Mio im Vorjahr aus. Die markante Verbesserung ist ebenfalls die Folge des Verkaufs der Sendemasten. Mit dem eingenommenen Geld baute Sunrise Schulden ab. Neu beträgt die Nettoverschuldung den Angaben zufolge noch 1,15 Mrd nach 1,7 Mrd CHF im zweiten Quartal. Entsprechend habe sich auch das Verhältnis von Nettoverschuldung zum bereinigtem EBITDA wesentlich verbessert: neu beträgt der entsprechende Pro-Forma-Wert 1,97x nach 2,76x.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Sunrise die Erwartungen der Analysten in etwa erfüllt.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Für die gesamten ersten neun Monate weist das Unternehmen nun einen Umsatz von 1,35 Mrd CHF (VJ 1,40 Mrd) und einen bereinigten EBITDA von 453 Mio CHF (VJ 452 Mio) aus. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 481 Mio CHF (VJ 39 Mio).

Im Ausblick auf das Gesamtjahr bekräftigt das Management die Ziele, die bei der Präsentation der Q2-Zahlen angepasst worden waren. Es wird somit ein Umsatz von 1,82 Mrd bis 1,86 Mrd CHF und ein EBITDA (bereinigt) von 592 Mio bis 602 Mio CHF angepeilt. Die Investitionen sollen bei 255 Mio bis 295 Mio CHF zu liegen kommen und die Dividende bei Zielerreichung bei 3,90 bis 4,10 CHF pro Aktie.

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(AWP)