Sunrise mit weniger Umsatz und höherem Gewinn im Q1 - Managementwechsel

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Telekomanbieter Sunrise hat im ersten Quartal 2017 weniger Umsatz erzielt, obwohl er in Schlüsselbereichen Kunden gewonnen hat. Die operative Profitabilität wurde derweil markant verbessert, und unter dem Strich steht ein deutlich höherer Gewinn. Die Ziele für das Gesamtjahr gelten unverändert. Ausserdem kommt es im Top-Management zu Veränderungen.
11.05.2017 08:08

Die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekommarkt erzielte zwischen Januar und März einen 3,3% tieferen Umsatz von 431 Mio CHF. Ein Hauptgrund für die Umsatzeinbusse waren die neuen "Durchleitungsgebühren" (Mobilterminierungsgebühren, MTR), auf die sich die drei Schweizer Mobilfunkanbieter im letzten Herbst geeinigt hatten. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz nur um 1,0% geschrumpft, hält das Management fest.

Das Management hatte im letzten Herbst wegen der neuen Gebühren von einem "isolierten Effekt" von -2% bis -3% auf den Jahresumsatz 2017 gesprochen. Nach dem ersten Quartal ist es somit mit dieser Prognose auf Kurs.

KUNDEN GEWONNEN

Die leichte Umsatzeinbusse im eigentlichen Geschäft begründet das Unternehmen mit tieferen Durchschnittsumsätzen pro Kunde, welche durch das Kundenwachstum nicht ganz aufgefangen worden seien.

So ging im Mobilfunkgeschäft, das knapp zwei Drittel zu den Einnahmen beisteuert, der um den MTR-Effekt bereinigte Umsatz um 2,6% zurück (mit MTR-Effekt: -6,0%). Trotz des "intensiven Wettbewerbs" habe die positive Dynamik beim Kundenwachstum angehalten, betont die Gesellschaft. So seien im ersten Quartal netto fast 25'000 neue Mobilfunkabo-Kunden gewonnen worden. Zudem habe sich bei dieser wichtigen Kundengruppe der Druck auf die Durchschnittserträge gegenüber dem Vorquartal etwas abgeschwächt.

Der Kunden-Nettozuwachs im ersten Quartal in den Bereichen Internet (+14'000) und TV (+13'000), in denen das Management Wachstumspotenzial sieht, habe zudem deutlich über den Vorquartalen gelegen, heisst es weiter. Der Umsatz mit Festnetzinternet nahm im Jahresvergleich um 11% zu.

Weiterhin rückläufig waren die Kundenzahlen im Mobilfunk-Prepaid-Bereich, und auch im Festnetzgeschäft hielten die "strukturellen Einbussen" laut der Mitteilung an.

EBITDA IM PLUS

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA (adjustiert) nahm trotz des Umsatzminus um 2,1% auf 143 Mio CHF zu, und der Reingewinn verdoppelte sich sogar beinahe auf 13 von 7 Mio. Ein "kontinuierlicher Kostenfokus" habe den Umsatzrückgang kompensiert, heisst es dazu. Konkret verringerten sich die "bereinigten Betriebskosten" laut den Angaben um 5%. Beim Reingewinn hätten sich ausserdem geringere Abschreibungen und Amortisationen sowie tiefere Finanzkosten positiv ausgewirkt.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Sunrise die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) beim Umsatz und EBITDA erfüllt und beim Reingewinn übertroffen.

Mit Blick auf das laufende Jahr bestätigt das Unternehmen die Ziele. Der Umsatz soll zwischen 1,82 und 1,86 Mrd CHF zu liegen kommen, was gegenüber 2016 einem Minus von 2% bis 4% entspricht. Zudem wird ein adjustierter EBITDA zwischen 595 und 610 Mio CHF angepeilt, also höchstens ein Minus von 3%. Ausserdem plant das Unternehmen Investitionen zwischen 225 und 265 Mio CHF (2016: 213 Mio). Werden diese Ziele erreicht, sollen die Aktionäre eine erneut höhere Dividende von 3,45 bis 3,55 CHF pro Titel erhalten.

WECHSEL IN GESCHÄFTSKUNDENSPARTE

Ausserdem vermeldet das Unternehmen Wechsel im Topmanagement. So übernimmt Bruno Duarte im Juni die Funktion des Chief Consumer Officer, die bis Ende Februar von Timm Degenhardt ausgeübt worden war. Duarte bringe eine breite Erfahrung im Privatkundengeschäft mit, schreibt Sunrise. Er sei unter anderem in führenden Positionen bei den Anbietern EE, Orange und Hutchinson tätig gewesen.

Ausserdem verlässt der Leiter der Geschäftskundensparte (Chief Business Officer), Max Nunziata, das Unternehmen aus privaten Gründen. Ein Nachfolger sei gefunden, der Name könne aber aus vertraglichen Gründen noch nicht bekannt gegeben werden, schreibt die Gesellschaft. Vorübergehend werde Ralf Brandmeier das Geschäftskundensegment ad interim leiten.

rw/ra

(AWP)