Swatch-Aktien geben nach Ergebniseinbruch und Dividendenkürzung nach

(Börsenkurs aktualisiert) - Die Valoren der Swatch Group notieren am Donnerstag im Minus. Das vom Uhren- und Schmuckhersteller veröffentlichte Jahresergebnis lag auf allen Ebenen deutlich unter den Erwartungen. Der Ausblick ist zwar wie gewohnt von Zuversicht geprägt. Die angekündigte Dividendenkürzung lässt allerdings tief blicken. An der Börse spricht man von Gewinnmitnahmen nach der guten Kursentwicklung in diesem Jahr.
02.02.2017 11:00

Die Swatch-Inhaber büssen bis kurz vor 11 Uhr bei regem Handel 1,3% auf 346,10 CHF ein, der am SMI gemessene Gesamtmarkt steht hingegen lediglich 0,6% tiefer. Vorübergehend hatten die Papiere noch deutlich stärker im Minus gestanden.

Analysten zufolge liegt die Umsatzentwicklung im Rahmen dessen, was die Schweizer Uhrenexporte in der zweiten Jahreshälfte hatten vermuten lassen. Rückblickend erweisen sich die Konsensschätzungen diesbezüglich dennoch als zu hoch.

Unterschätzt worden sind zudem die Auswirkungen des Umsatzrückgangs auf die Margenentwicklung. Das Unternehmen selbst sah sich deshalb schon im Sommer vergangenen Jahres zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Und trotz eines scharfen Umsatzrückgangs verzichtete Swatch immer darauf, Mitarbeiter auf die Strasse zu stellen. In der Folge sackte der Jahresgewinn 2016 um ganze 47% ab und verfehlte auch die Konsensschätzungen der Analysten um 10%.

Der von Zuversicht geprägte Ausblick wird in Expertenkreisen begrüsst, genauso wie die ermutigenden Aussagen zur Absatzentwicklung im Januar. Allerdings sei das Unternehmen für seine optimistischen Aussagen bekannt, so lautet der Tenor. Eine höhere Auslastung würde den Margen von Swatch aber sicherlich wieder auf die Beine helfen, 2016 sind diese auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen.

Bernstein-Analyst Mario Ortelli stellt sich trotzdem die Frage, ob die jüngsten Erholungstendenzen es rechtfertigen, dass Swatch seine Produktionskapazitäten weiter aufrechterhält. Er fordert von Swatch daher eine "vorsichtigere und realistischere" Produktionsstrategie. Zudem sieht Ortelli ein relativ grosses Risiko für einen Abschreiber auf den Lagerbeständen.

In der gegenüber dem Vorjahr um 10% tieferen Dividende sehen einige Analysten einen Hinweis darauf, dass bei der Gewinnentwicklung von Swatch nicht mit einer raschen Belebung gerechnet werden darf. Die Kürzung wäre angesichts des starken Liquiditätspolsters sicher nicht nötig gewesen, urteilt ZKB-Experte Patrik Schwendimann.

Händlern zufolge notieren die Swatch-Aktien mittlerweile substanziell über ihren Mehrjahrestiefstkursen vom vergangenen Sommer. Zuletzt seien die Valoren im Zuge deutlich besser als erwartet ausgefallener Resultate bei Richemont gefragt gewesen. Abgestützt auf den vorliegenden Zahlenkranz kommen diese Vorschusslorbeeren für Beobachter etwas gar voreilig.

ra/ys

(AWP)