Swatch erwartet zweites Halbjahr 2016 klar über dem Vorjahr

(Ergänzt um mehr Details)
21.07.2016 08:12

Neuenburg (awp) - Die Swatch Group gibt sich für das zweite Halbjahr 2016 zuversichtlich, nachdem sowohl Umsatz und Gewinn in den ersten sechs Monaten eingebrochen sind. Eine Verbesserung hat sich den Angaben nach bereits in den ersten drei Wochen im Juli gezeigt. Das Unternehmen sieht sich gut aufgestellt und rechnet damit, ein Jahresergebnis zumindest nahe dem Vorjahresniveau zu erreichen.

Im zweiten Halbjahr gab es bereits "eindeutige Verbesserungen" in Mainland China mit "einem sehr guten Wachstum" in den ersten drei Juliwochen - speziell im Luxus- und Prestigesegment, wie der Uhrenkonzern am Donnerstag mitteilt. Besonders die Marken Breguet, Blancpain, Glashütte Original, Omega und Longines hätten gut performt. In Südostasien blicke man ebenfalls einer positiven Entwicklung entgegen.

In Hongkong sei im Detailgeschäft die Talsohle durchschritten, das Grosshandelsgeschäft bleibe dagegen weiterhin schwierig. Dritthändler seien nach wie vor sehr verunsichert, was Nachbestellungen weiter verzögern werde.

SORGENKINDER FRANKREICH UND BELGIEN

Des weiteren verzeichnete Grossbritannien im Juli einen starken Auftakt im eigenen Retailgeschäft wegen des "vorteilhaften" Pfunds. Auch in weiteren Teilen Europas würden sich die Märkte weiter positiv entwickeln - insbesondere in Italien und Spanien. Die Situation in Frankreich und Belgien dürfte dagegen schwierig bleiben.

Entscheidend für das Wachstum sei in den kommenden Monaten eine Normalisierung des Tourismus in Teilen Europas sowie die weitere positive Entwicklung in China. In Nordamerika und Japan wird indes mit Wachstum in Lokalwährung gerechnet. Die Marke Omega dürfte derweil von den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro profitieren, so die Annahme.

Insgesamt wird im zweiten Halbjahr ein klares Wachstum in Lokalwährungen gegenüber dem schwächeren zweiten Halbjahr 2015 erwartet und damit ein Jahresergebnis "näher oder gleich" zum Vorjahr.

MEHR CHANCEN ALS RISIKEN

Die Aussichten des Konzerns mit einem "einzigartigen Markenportfolio und dem globalen Retail- und Vertriebsnetz" blieben in allen Regionen und Segmenten in Lokalwährungen gut, so die Überzeugung bei Swatch. Mittel- bis langfristig gebe es viel mehr Chancen als Risiken.

Unterstützt werden die Verkäufe bei allen Marken durch die anhaltenden langfristige Marketinginvestitionen, ein ausgeweitetes Detailnetz und durch neue Produktlancierungen in allen Segmenten, so Swatch weiter.

In der Produktion seien keine strukturellen Anpassungen vorgenommen worden, und die gesamte Belegschaft sei hoch motiviert, heisst es. Dank einer starken vertikalen Integration der Produktionskette in der Schweiz sei auch die neue Swissness-Regelung von mindestens 60% hiesiger Wertschöpfung ein "einzigartiger Heimvorteil" für Swatch.

UHREN UND SCHMUCK -11,3%

Im ersten Halbjahr 2016 waren allerdings sowohl Umsatz als auch Gewinn stark eingebrochen, was das Unternehmen bereits vergangenen Freitag in Aussicht gestellt hatte. Der Nettoumsatz fiel 11,4% auf 3,72 Mrd CHF, zu konstanten Wechselkursen betrug das Minus 12,5%. Der Betriebsgewinn EBIT sank um 54% auf 353 Mio CHF und der Reingewinn um 52% auf 263 Mio.

Das Betriebsergebnis sei zurückzuführen auf weitere Währungsverschiebungen, tiefere Produktionsauslastungen und der langfristigen industriellen Strategie, weiterhin in die Mitarbeiter, neue Produkte und Marketing zu investieren, heisst es am Donnerstag. Die operative Marge erreichte Ende Juni 9,5%.

Im Segment Uhren und Schmuck inklusive Produktion verzeichnete Swatch im ersten Semester einen Umsatzrückgang von 11,3% zu aktuellen Wechselkursen. Die operative Marge erreichte 11,2%. Im eigenen Detailhandel in Mainland China und Südostasien sei dagegen zweistelliges Wachstum verzeichnet worden.

ys/ra

(AWP)