Swiss-Life-Aktien sind nach überzeugendem Zwischenbericht gesucht

Die Aktien der Swiss Life sind am Mittwoch klar fester in den Handel gestartet, haben in der Folge aber etwas an Schwung verloren. In den ersten neun Monaten 2017 hat der Lebensversicherer sowohl die Prämieneinnahmen als auch die Erträge im gebührenbasierten Geschäft gesteigert und mit den Prämien die Vorgaben der Analysten übertroffen. Die Aussicht auf eine grosszügige Ausschüttung bieten den Swiss-Life-Papieren eine kräftige Stütze.
08.11.2017 10:11

Kurz vor 10 Uhr gewinnen Swiss Life an der Börse noch 0,5% auf 345,30 CHF hinzu, nachdem die Titel gleich zu Beginn sogar bis auf knapp 364 CHF geklettert sind. Der Gesamtmarkt verliert hingegen gemessen am Leitindex SMI derzeit um 0,1%. Die Aktien von Swiss Life bleiben somit auf Wachstumskurs, seit Jahresbeginn haben sie bereits um knapp 20% zugelegt.

Swiss Life habe in den ersten neun Monaten bei den Prämieneinnahmen eine gute Entwicklung gezeigt, die etwas besser als am Markt erwartet ausgefallen sei, schreibt Georg Marti von der ZKB. Alle geographischen Bereiche hätten sich gut entwickelt und der Rückgang in der Schweiz sei dem Fokus auf die Kapitaleffizienz geschuldet und daher ebenfalls positiv zu werten, heisst es im Kommentar weiter.

Auch Daniel Bischof von Baader-Helvea zeigt sich über die im dritten Quartal beobachtete Belebung bei der Volumenentwicklung erfreut. Seines Erachtens erzielte der Lebensversicherer gerade im Heimmarkt Schweiz mit der selektiveren Haltung beim Zeichnen von Neugeschäft in der Kollektivlebenversicherung sowie im internationalen Geschäft deutliche Verbesserungen.

Als stark bezeichnen Analysten den Neugeldzufluss im Bereich Swiss Life Asset Managers. Die Gruppe setze den Weg hin zu ein auf Gebühreneinnahmen ausgerichtetes europäisches Unternehmen mit Erfolg fort, meint Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Dabei werde in der Bilanz die Abhängigkeit vom Lebensversicherungsgeschäft weiter zurückgehen.

Die etwas höher als erwartet ausgefallene SST-Quote sowie die Aussagen zur Erreichung der bis Ende dieses Jahres kommunizierten Mittelfristziele wecken die Hoffnung auf eine in Zukunft grosszügigere Dividendenpolitik. Aus dem starken dritten Quartal sieht Jonny Urwin von der UBS Investmentbank positive Implikationen für die Jahresdividende. Die SST-Quote bezeichnet er als stark, im Wissen, dass für Lebensversicherer härtere Vorgaben gelten.

Stefan Schürmann sieht die Swiss Life derweil auf Kurs, um die Dividende auf 13 CHF Aktie anzuheben, nachdem im laufenden Jahr 11 CHF ausgeschüttet wurden. Und auch Daniel Bischof rechnet mit weiterem Dividendenwachstum. Dieses könnte sich in der Periode von 2016 bis 2019 am Ende gar auf über 40% belaufen, glaubt er.

Mit den leicht enttäuschenden Investmenterträgen findet Peter Eliot von Kepler Cheuvreux hingegen ein Haar in der Suppe. Wie andere seiner Berufskollegen auch, hatte er sich im Vorfeld auf etwas höhere Erträge eingestellt.

Wie es im hiesigen Handel heisst, stiessen die Aktien von Swiss Life rund um den Entscheid von vergangener Woche zur Beibehaltung des BVG-Mindestzinssatzes in die Nähe ihrer Mehrjahreshöchstkurse von Anfang August vor. Die Freude habe allerdings nicht lange gehalten, so lautet der Tenor. Im Zuge des überzeugenden Zwischenberichts für die ersten neun Monate könnten aber Anschlusskäufe den Aktien Auftrieb verleihen.

mk/cp

(AWP)