Swiss Life erzielt im ersten Halbjahr leicht höheren Gewinn - Strategie auf Kurs

(Mit weiteren Angaben ergänzt, u.a. mit Aussagen des CEO aus einem Conf Call)
11.08.2016 08:46

Zürich (awp) - Die Versicherungsgesellschaft Swiss Life hat im ersten Halbjahr etwas mehr Gewinn erzielt als im Vorjahr. Das Management sieht dies als Beleg, dass die Verbreiterung der Gewinnbasis erste Früchte trägt. Der Rückgang des Prämienvolumens ist Teil dieser Strategie.

CEO Patrick Frost spricht vom "besten Halbjahr seit der Finanzkrise". Tatsächlich konnte die Versicherungsgesellschaft den Betriebsgewinn um 5% auf 729 Mio CHF und den Reingewinn um 1% auf 500 Mio CHF steigern. Damit hat Swiss Life die Erwartungen der Analysten klar übertroffen: Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Betriebsgewinn von 691 Mio CHF und ein Reingewinn von 481 Mio CHF erwartet.

Swiss Life sei in der Diversifikation der Gewinnquellen einen weiteren Schritt vorangekommen, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. Dazu zählt vor allem die Forcierung des Gebühren- und Kommissionsgeschäfts (Fee). Dieses habe einen 16% höheren Beitrag von 194 Mio CHF zum Ergebnis beigesteuert.

Als Hauptgründe werden ein höherer Beiträge des Asset Managements sowie der Anlageberatungssparte Swiss Life Select in Deutschland und der Schweiz genannt.

So hätten allein Swiss Life Asset Managers ein 13% höheres Segmentergebnis erzielt. Basis dafür sei der Ausbau des Drittkundengeschäfts gewesen. Der Nettoneugeldzufluss betrug 4,9 Mrd CHF; per Ende Juni verwaltete der Bereich 44,4 Mrd CHF für Drittkunden (+14%). Die Gesamteinnahmen aus dem Fee-Geschäft stiegen in Lokalwährungen um 3% auf 656 Mio CHF, wie es weiter heisst.

GERINGERE PRÄMIENEINNAHMEN

Teil der Strategie ist es ausserdem, im klassischen Versicherungsgeschäft stärker auf die Profitabilität zu achten. Der Rückgang des Prämienvolumens sei daher gewollt, sagte CEO Frost.

Das Prämienvolumen (Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen) nahm um 8% auf 10,1 Mrd CHF ab (-9% in Lokalwährungen). Analysten hatten im Vorfeld auch mit einem tieferen Prämienvolumen gerechnet.

In der Schweiz nahm das Prämienvolumen um 6% auf 6,6 Mrd CHF ab. Dies sei eine Konsequenz aus dem strengeren Underwriting insbesondere mit Einmaleinlagen, schreibt das Unternehmen dazu. Im Unternehmenskundenbereich habe der Rückgang 5%, im Privatkundenbereich 17% betragen.

In Frankreich reduzierte sich das Prämienvolumen um 2% (in LW), in Deutschland um 5% und bei Swiss Life International um satte 42%. Letztere Einheit habe vor allem im Geschäft mit vermögenden Privatkunden gelitten.

TIEFE ZINSEN HABEN FOLGEN

Allerdings spürt die Swiss Life, wie die gesamte Branche, die aktuell sehr tiefen Zinsen. Die Neugeschäftsmarge sank auf 1,5% von 1,7% im Vorjahr. Damit sei immerhin das selbst angepeilte Ziel erreicht worden, heisst es weiter.

Das Eigenkapital lag Ende Juni bei 14,4 Mrd CHF nach 12,3 Mrd Ende 2015 und damit über den Analysten-Schätzungen (AWP-Konsens: 13,2 Mrd CHF). Die annualisierte und um nicht realisierte Kapitalgewinne bereinigte Eigenkapitalrendite wird mit 11,1% (VJ 11,6%) angegeben und bleibt damit über dem Mittelfrist-Ziel von 8% bis 10%.

ZIEL FÜR ANLAGERENDITE LEICHT GESENKT

Die nicht annualisierte direkte Anlagerendite sei stabil bei 1,5% geblieben, heisst es weiter. Die Nettoanlagerendite (nicht annualisiert) nahm allerdings auf 1,6% von 2,0% ab. Diese Rendite habe es gleichwohl ermöglicht, die versicherungstechnischen Rückstellungen zugunsten der Versicherten zu stärken - und zwar um 0,5 Mrd CHF.

Swiss Life senkt nun aber die Prognose für die Nettoanlagerendite im laufenden Jahr leicht. Sie solle neu "rund 3%" betragen, sofern "nichts Aussergewöhnliches" passiere, sagte CEO Frost. Bei der Publikation der Erstquartalszahlen im Mai war noch das Ziel von "mindestens 3" genannt worden.

Insgesamt sei der Versicherer "sehr gut auf Kurs", um seine finanziellen Ziele für das Geschäftsjahr 2016 zu erreichen, so Frost weiter. Das Unternehmensprogramm "Swiss Life 2018" sei erfolgreich gestartet.

rw/gab

(AWP)