Swiss Life steigert den Gewinn und erhöht die Dividende - Mit Zielen auf Kurs

(Mit weiteren Angaben - auch aus der Telefonkonferenz - ergänzt) - Die Swiss Life hat im Geschäftsjahr 2016 zwar weniger an Prämien eingenommen, unter dem Strich aber mehr verdient. Denn die Gruppe setzt aus Profitabilitätsgründen auf Geschäft etwa in der Anlage- oder Pensionskassenberatung, das Gebühren einbringt, und weniger auf traditionelle Lebensversicherungsverträge. Die Aktionäre kommen mit Blick auf die solide Bilanz in den Genuss einer deutlich höheren Dividende.
03.03.2017 08:49

Der Reingewinn der Swiss Life nahm im Berichtsjahr um 5% auf 926 Mio CHF zu, während der Betriebsgewinn um ebenso viel auf 1,40 Mrd in die Höhe geklettert ist, wie der Lebensversicherer am Freitag mitteilt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Treiber der Gewinnentwicklung war der Ausbau des gebührenbasierten Geschäfts, wo die Swiss Life den Betriebsgewinn um 14% auf 396 Mio CHF gesteigert hatte. Dieser soll bis Ende 2018 in den Bereich von 400-450 Mio geführt werden. Das Sparergebnis lag mit 804 Mio praktisch auf Vorjahresniveau und das Risikoergebnis ging um 10 Mio auf 388 Mio zurück.

Zudem gelang es, mit den Kapitalanlagen in einem schwierigen Finanzmarktumfeld die direkte Anlagerendite von 3,0% zu verteidigen; die Nettoanlagerendite ging derweil auf 3,4% von 3,7% im Vorjahr zurück. Mit Blick auf die tiefen Zinsen wurden die versicherungstechnischen Rückstellungen mit rund 1 Mrd CHF weiter verstärkt.

CEO Patrick Frost zeigte sich an einer Telefonkonferenz zufrieden: "Trotz schwierigen Marktbedingungen haben wir 2016 erfolgreich abgeschlossen". Auch kostenseitig liege die Gruppe mit dem Ziel, diese bis 2018 um 100 Mio zu senken, auf Kurs. Bislang seien davon 59 Mio implementiert worden.

RÜCKLÄUFIGES VOLUMEN

Das Geschäftsvolumen hat derweil - teils gewollt - um 8% auf 17,4 Mrd abgenommen. Dies sei vor allem auf die Fokussierung auf Profitabilität und Kapitaleffizienz zurückzuführen. Bei den Fee-Erträgen wuchs die Swiss Life dagegen um 3% auf 1,4 Mrd.

Im Heimmarkt Schweiz ging das Prämienvolumen aufgrund der selektiven Zeichnungspolitik um 6% auf 9,9 Mrd CHF zurück. Die Swiss Life setzt etwa in der beruflichen Vorsorge auf teilautonome Lösungen, deren Anteil am Neugeschäft auf 26% von 11% gesteigert werden konnte. Im Schweizer Fee-Geschäft wuchsen die Einnahmen stark um 17% auf 233 Mio. Das Segmentsergebnis erhöhte sich um 7% auf 812 Mio.

In den Auslandsmärkten nahm das Prämienvolumen sowohl in Frankreich (-3% auf 4,13 Mrd EUR), als auch in Deutschland (-10% auf 1,18 Mrd) ab. In Frankreich gelang dennoch eine leichte Ergebnissteigerung um 2%, wogegen der Überschuss in Deutschland um 5% zurückgegangen ist. Der Bereich International verbuchte wegen tieferer Einmalprämien 31% weniger Einnahmen, steigerte aber das Ergebnis um 6%.

Gut lief es bei den Asset Managers, die den Ertrag um 8% auf 619 Mio CHF steigerten und das Ergebnis um 8% auf 243 Mio. Insgesamt verwaltet der Bereich nun Vermögen von 204 Mrd CHF, ein Plus von 10%. Davon entfallen 49,6 Mrd (+28%) auf Dritte, wobei das Wachstum auch mit dem Zukauf der britischen Mayfair Capital (1,3 Mrd Vermögen) zu tun hat.

DIVIDENDE ERHÖHT

Das Eigenkapital nahm per Jahresende um 12% auf 13,7 Mrd zu, und die um nicht realisierte Kapitalgewinne bereinigte Eigenkapitalrendite lag mit 9,6% (VJ: 9,7%) weiterhin in der Zielbandbreite von 8% bis 10%. Und im Kapitalmanagement bewegt sich die SST-Quote in dem mit Auflagen genehmigten internen Modell bei rund 160%. Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer auf 11,00 von 8,50 CHF je Titel erhöhten Dividende vor. Die Ausschüttungsquote liegt somit mit 38% ebenfalls im Zielbereich von 30-50%.

"Unsere starke operative Leistung ist Beleg dafür, dass wir unsere Profitabilität in einem anspruchsvollen Umfeld weiter steigern und unsere Pläne im Rahmen der Unternehmensstrategie 'Swiss Life 2018' umsetzen", so Patrick Frost. Beleg dafür sei auch die im Neugeschäft auf 2,1% (VJ 1,7%) verbesserte Marge. Wohin die Reise in der Margenentwicklung hingehe, hänge aber stark von der Zinsentwicklung ab.

JÖRG ARNOLD WIRD NEUER DEUTSCHLAND-CEO

Swiss Life hat zudem einen Nachfolger für Markus Leibundgut berufen, der ab dem 1. April zum CEO Swiss Life Schweiz ernannt worden ist. Jörg Arnold wird per 1. Juli neuer CEO Deutschland und Mitglied der Konzernleitung, wie es weiter heisst. Arnold ist derzeit bei der AXA-Gruppe in Paris Global Head of Savings, Retirement & Distribution.

mk/ra

(AWP)