Swiss Life verliert an Prämienvolumen - Gebühren-Erträge steigen

(Mit weiteren Angaben - unter anderem Zahlen zum dritten Quartal - ergänzt)
09.11.2016 08:33

Zürich (awp) - Der Lebensversicherer Swiss Life hat in den ersten neun Monaten 2016 wie erwartet weniger Prämien eingenommen, aber die Einnahmen im gebührenbasierten Geschäft gesteigert. CEO Patrick Frost sieht die Gruppe damit auf Kurs, um die Profitabilität zu verbessern und die finanziellen Ziele zu erreichen.

In den Monaten Januar bis September sanken die Prämieneinnahmen um 8% auf 13,4 Mrd CHF, wie der Lebensversicherer am Mittwoch schreibt. In Lokalwährungen gerechnet, betrug der Rückgang 9%. Im dritten Quartal allein ging das Prämienvolumen auf 3,22 Mrd CHF von zuvor 3,57 Mrd zurück. Analysten hatten im Vorfeld der Zahlenpublikation mit Einnahmen in Höhe von 3,34 Mrd gerechnet.

Der Volumenrückgang im klassischen Lebensversicherungsgeschäft ist durchaus gewollt, denn da steht für die Swiss Life die Profitabilität im Fokus. Demgegenüber verdient die Gruppe ihr Geld vermehrt mit Anlageberatungen, Kommissionen sowie mit "Spezialitäten" wie Pensionskassenberatung und Immobilienmaklergeschäften.

WACHSTUM IM FEE-GESCHÄFT

Im sogenannten Fee-Geschäft haben die Einnahmen in den ersten neun Monaten denn auch um 5% (+2% in LW) auf 974 Mio CHF zugenommen. Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hätten insbesondere Swiss Life Asset Managers und die unabhängigen Beraterkanäle.

"Wir sind im für uns strategisch wichtigen Fee-Geschäft wiederum gewachsen und konnten trotz den anhaltend rauen Marktbedingungen die direkten Anlageerträge auf dem Niveau des Vorjahres halten", zeigt sich Patrick Frost in der Mitteilung erfreut.

Im Heimmarkt Schweiz sind die Prämieneinnahmen in den Monaten Januar bis September um 6% auf 8,2 Mrd CHF zurückgegangen. Dagegen kletterten die Fee-Erträge dank dem Wachstum im Beraterkanal Swiss Life Select und im Immobilienmaklergeschäft um 23% auf 177 Mio in die Höhe.

In Frankreich sanken die Prämien um 3% (-6% in LW) auf 3,3 Mrd CHF und die Fee-Erträge lagen aufgrund tieferer Bankkommissionen mit 175 Mio mit 4% (-7%) unter Vorjahr. In Deutschland nahmen die Prämieneinnahmen ebenfalls um 3% (-5%) auf 905 Mio ab, während die Fee-Erträge unverändert bei 259 Mio liegen (+2%). Die Markteinheit International verzeichnete einen Prämieneinbruch von 38% (-40%) und die Fee-Erträge lagen (-2% in CHF; -5% in LW) leicht unter Vorjahr.

NEUGELDZUFLUSS VON DRITTEN

Die Swiss Life Asset Managers gewinnen zunehmend an Volumen. In der Berichtsperiode verbuchten sie mit externen Kunden einen Nettoneugeldzufluss von 5,9 Mrd CHF und steigerten so die verwalteten Vermögen für diese Kunden auf 46,2 Mrd (Ende 2015: 38,8 Mrd). Die Fee-Erträge nahmen dabei um 9% (+8%) auf 422 Mio zu.

Mit den Kapitalanalagen erreichte die Swiss Life in einem schwierigen von den Tiefstzinsen geprägten Umfeld eine nicht annualisierte direkte Anlagerendite von 2,2% (VJ 2,3%), und die Nettoanlagerendite lag nicht annualisiert bei 2,3% nach 2,6%. Letztere soll Ende Jahr gemäss den Erwartungen des Lebensversicherers bei rund 3% stehen. Die SST-Quote liege auf Basis des mit Auflagen genehmigten internen Modells per 30. September bei über 140%, so die Mitteilung.

AUF ZIELKURS

Die Swiss Life sei auf Kurs, um die finanziellen Ziele zu erreichen, erklärt Frost weiter. "Erfreulich sind auch unsere Fortschritte im Rahmen des Unternehmensprogramms 'Swiss Life 2018'. Wir haben bereits die Hälfte der Kosteneinsparungen implementiert." Zudem liege der Anteil nicht-traditioneller Produkte im Neugeschäft bei 90%.

Im Strategieprogramm "Swiss Life 2018" setzt die Swiss Life verstärkt auf Geschäft, das weniger Kapital bindet und will so die Gewinnqualität weiter verbessern. Die Gruppe zielt dabei auf eine um nicht realisierte Kapitalgewinne bereinigte Eigenkapitalrendite von 8 und 10% ab. Geplant sind zudem Kosteneinsparungen von 100 Mio CHF.

mk/rw

(AWP)