Swiss Life wächst in den ersten neun Monaten - Prämienrückgang in der Schweiz

(Meldung ausgebaut) - Der Lebensversicherer Swiss Life ist in den ersten neun Monaten 2017 nicht nur im gebührenbasierten Geschäft gewachsen, sondern hat auch bei den Prämieneinnahmen zugelegt. Während die Gruppe im Heimmarkt Schweiz wegen anhaltend tiefer Zinsen bzw. aus Gründen der Kapitaleffizienz im Geschäft mit Unternehmenskunden weiterhin Zurückhaltung an den Tag legt, wuchs das Geschäft in Frankreich und der Markteinheit International kräftig.
08.11.2017 08:50

Die Prämieneinnahmen stiegen in den Monaten Januar bis September sowohl in Franken als auch in Lokalwährungen um 3% auf 13,8 Mrd CHF, wie es am Mittwoch heisst. Man habe die positive Entwicklung des ersten Halbjahres auch im dritten Quartal fortgesetzt und sei trotz striktem Fokus auf die Profitabilität gewachsen, erklärt CEO Patrick Frost in der Mitteilung. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit Prämieneinnahmen in Höhe von 13,2 Mrd gerechnet.

"Mit dem Wachstum der Fee-Erträge haben wir in einem strategisch wichtigen Bereich weitere Fortschritte erzielt", so Frost weiter. Die Fee-Erträge, die etwa in der Vermögensverwaltung oder mit Versicherungsberatung eingenommen werden, legten in der Berichtsperiode um 6% (+7% in LW) auf 1,04 Mrd CHF zu. Dieses Geschäft forciert die Swiss Life seit einigen Jahren, unter anderem um weniger stark von zinssensitiven Einnahmen abhängig zu sein.

RÜCKGANG AM HEIMMARKT

Im Heimmarkt Schweiz sind die Prämieneinnahmen um 7% auf 7,60 Mrd CHF zurückgegangen. Mit Blick auf die Kapitaleffizienz drosselt Swiss Life bewusst das Geschäft mit Vollversicherungen, das den Unternehmenskunden in der beruflichen Vorsorge einen Rundumschutz bietet. Dagegen ist der Anteil teilautonomer Lösungen im Neugeschäft auf 34% (VJ 25%) gestiegen. Hier übernehmen die Firmen die Anlagerisiken. Die Erträge im Schweizer Fee-Geschäft sanken um 4% auf 170 Mio.

In Frankreich kletterten die Prämieneinnahmen um 13% auf 3,69 Mrd in die Höhe, dank einer starken Entwicklung im Lebengeschäft. Die französischen Fee-Erträge legten in lokaler Währung um 23% auf 216 Mio zu. Die Treiber waren das Wachstum mit anteilgebundenen Lebensversicherungen sowie höhere Kommissionen im Bankgeschäft.

In Deutschland nahmen die Prämien um 1% auf 911 Mio CHF zu und die Fee-Erträge stiegen um 5% auf 272 Mio. Das stärkste Prämienwachstum gelang im internationalen Geschäft mit einem Plus von 59% auf 1,61 Mrd, während die Fee-Erträge mit 164 Mio um 4% (in LW) über Vorjahr lagen. Diese Markteinheit umfasst vor allem das grenzüberschreitende Geschäft für vermögende internationale Privatkunden und multinationale Konzerne und kann sich sehr volatil entwickeln.

NEUGELDER FÜR ASSET MANAGERS

Die Swiss Life Asset Managers verbuchten mit externen Kunden einen Nettoneugeldzufluss von 7,0 Mrd CHF und steigerten so die verwalteten Vermögen für Drittkunden auf 60,8 Mrd (Ende 2016: 49,6 Mrd). Die Fee-Erträge in diesem Bereich nahmen um 8% auf 455 Mio zu.

Weiter macht die Swiss Life auch Angaben zum Anlagegeschäft, wo direkte Erträge in Höhe von 3,2 Mrd CHF (VJ 3,3 Mrd) erzielt wurden. Die nicht annualisierte direkte Anlagerendite liegt wie im Vorjahr bei 2,2% und die Nettoanlagerendite bei 1,8% nach zuvor 2,3%. Im vergangenen Jahr sei die Rendite im wesentlichen wegen Gewinnrealisierungen aus Anlageverkäufen höher ausgefallen, heisst es.

Die Quote zum Swiss Solvency Test (SST) liegt auf Basis des mit Auflagen genehmigten internen Modells per 30. September bei rund 175% (per Ende Juni: rund 170%), wie es weiter heisst. Kapitalseitig plant die Swiss Life den Rückkauf von Teilen der 500 Mio-schweren und im November 2013 lancierten Wandelanleihe. Bislang seien davon 100 Mio CHF in Aktien gewandelt worden. Für die restlichen Anteile werde man von dem Recht Gebrauch machen, diese zurückzukaufen.

MIT ZIELEN AUF KURS

"Die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2017 stimmen uns weiterhin zuversichtlich, dass wir unsere finanziellen Ziele für 2017 erreichen werden", erklärt Patrick Frost im Ausblick.

Im November 2018 will die Swiss Life an einem Investorentag neue strategische Ziele formulieren. Im Rahmen des Unternehmensprogramms "Swiss Life 2018" strebt die Gruppe derzeit eine um nicht realisierte Kapitalgewinne bereinigte Eigenkapitalrendite in einer Bandbreite von 8% bis 10% und Kosteneinsparungen von 100 Mio CHF an.

mk/cp

(AWP)