Swiss mit Gewinnsprung im ersten Halbjahr

(Meldung ausgebaut) - Nach dem Absacker im Vorjahr geht es mit der Swiss wieder steil aufwärts: In den ersten sechs Monaten 2017 hat die Schweizer Fluggesellschaft knapp ein Drittel mehr Betriebsgewinn eingeflogen und das zweitbeste Resultat seit der Finanzkrise erreicht.
02.08.2017 12:30

Insgesamt belief sich der Betriebsgewinn (EBIT) im ersten Semester auf 200 Mio CHF. Das sind 31% mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie die Lufthansa-Tochter am Mittwoch in einem Communiqué mitteilte. Damit hat die Swiss den Taucher von 2016 wettgemacht und beinahe wieder das Niveau von 2015 erreicht, als sie einen EBIT von 214 Mio CHF eingeflogen hatte.

Die Zahlen haben positiv überrascht. Das Ergebnis sei sehr erfreulich, sagte Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott auf Anfrage. In der Folge legt die Swiss die Latte für das Gesamtjahr 2017 höher. Neu rechnet die Fluggesellschaft mit einem höheren Betriebsgewinn als im Vorjahr. Bislang war Airlinechef Thomas Klühr von einem leichten Rückgang ausgegangen.

Steigflug dank neuen Fliegern

Die markante Steigerung des operativen Ergebnisses sei vor allem auf Effizienzgewinne als Folge der Flottenmodernisierung zurückzuführen, hiess es. So hat die Swiss auf der Langstrecke acht Flieger des Typs Boeing 777 als Ersatz für den Airbus A340-300 in Betrieb genommen.

Und auf der Kurz- und Mittelstrecke sind mittlerweile zehn Bombardier C-Series im Einsatz, die die veralteten Jumbolinos (Avro- RJ100) abgelöst haben. Der letzte Jumbolino werde in zwei Wochen ausgemustert, hiess es bei der Swiss.

Die neuen Flieger fassen wesentlich mehr Passagiere als die alten. So konnte die Swiss im ersten Halbjahr 4,4% mehr Reisende transportieren, obwohl die Zahl der Flüge um 3,8% sank. Dies schlägt sich positiv bei den Kosten nieder. Die Tankrechnung sei billiger als vor zwölf Monaten, sagte Fuhlrott.

Zudem waren die Flieger besser ausgelastet. Im Durchschnitt waren 80,6% der Sitze belegt. Das sind 2,1 Sitze mehr als ein Jahr zuvor.

NEUER PASSAGIERREKORD

Mit 8,05 Mio Passagieren hat die Swiss erstmals die Grenze von 8 Mio geknackt und einen neuen Halbjahresrekord aufgestellt. Das sind satte 2,3 Mio Reisende mehr als noch im Boomjahr 2007.

Die Steigerung ist eindrücklich, der Verfall der Ticketpreise allerdings auch. Denn trotz 2,3 Mio Passagieren mehr, fällt der Umsatz mit 2,36 Mrd CHF kaum höher aus als vor zehn Jahren (2,30 Mrd). Und der Betriebsgewinn ist mit 200 Mio noch weit weg vom Spitzenjahr 2007, als die Swiss mit 311 Mio operativ so viel verdiente wie noch nie.

Dennoch: "Mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2017 können wir sehr zufrieden sein. Sie zeigt, dass sich unsere Investitionen in unsere Flotte inzwischen deutlich auszahlen", erklärte Klühr im Communiqué.

Im Verbund mit der Lufthansa Gruppe werde die Swiss ihr Angebot am Boden und in der Luft weiterentwickeln. So sei unter anderem am Flughafen Zürich eine neue Lounge für die Erste Klasse geplant, die eine eigene Sicherheitskontrolle erhalte. Auch die Top-Kunden-Lounges im Terminal A würden modernisiert, hiess es.

Und die Erneuerung der Flotte ist noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Jahr werde die Swiss zwei weitere Boeing 777 erhalten und die fünf verbleibenden Langstreckenjets Airbus 340-300 mit einer neuen Kabine ausstatten.

Zudem soll bis Ende 2018 die Integration der Kurz- und Mittelstreckenflieger abgeschlossen werden. Dann wird die Airline 10 C-Series 100 und 20 C-Series 300 in Betrieb haben. Damit verfüge die Swiss über eine der modernsten Flotten in Europa.

LUFTHANSA AUF REKORDKURS

Auch beim Mutterkonzern Lufthansa klingeln die Kassen. Der Umsatz stieg um 13% auf 16,95 Mrd EUR. Der operative Gewinn verdoppelte sich fast - auf den Halbjahres-Rekordwert von 1,04 Mrd. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis um 57% auf 672 Mio EUR.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte bereits vor einigen Tagen die zuvor vorsichtige 2017er-Prognose für den operativen Gewinn (bereinigtes EBIT) auf ein Niveau oberhalb des Vorjahres von 1,75 Mrd EUR angehoben. Analysten trauen dem Dax-Konzern in dieser Kenngrösse sogar bis zu 2,65 Mrd zu. Der Rekord lag bislang bei 1,82 Mrd im Jahr 2015.

(AWP)