Swiss Re-Aktien deutlich im Plus - Hurrikan-Schäden geringer geschätzt

Zürich (awp) - Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re sind mit überdurchschnittlichen Avancen in den Handel am Montag gestartet. Hinter dem Kursanstieg steht der Hurrikan Matthew, dessen Laufbahn deutlich geringere Schäden zur Folge haben dürfte als noch Ende letzter Woche befürchtet.
10.10.2016 10:05

Die Aktien von Swiss Re gewinnen bis gegen 9.40 Uhr 1,0% auf 86,75 CHF, während der Gesamtmarkt (SMI) 0,4% tiefer steht. Umgesetzt sind bis zu diesem Zeitpunkt rund 370'000 Aktien verglichen mit 1,3 Mio Stück an einem durchschnittlichen Handelstag.

Laut Medienberichten gehen die jüngsten Schätzungen davon aus, dass der Wirbelsturm Matthew in den USA Schäden im Umfange von rund vier bis sechs Mrd USD angerichtet haben könnte. Das wäre deutlich weniger als noch Ende vergangener Woche befürchtet, als Experten noch von einer möglichen Schadensumme im Umfang von rund 15 bis 30 Mrd USD ausgegangen waren. Dabei stützten sich die Experten auf die Schadensumme von 15 bis 20 Mrd USD, die der Hurrikan Sandy 2012 hinterlassen hatte.

Die Analysten der DZ Bank gehen davon aus, dass die Schadenssumme zwar von Bedeutung für die europäischen Rückversicherer sein dürfte, doch ihre Katastrophen-Budgets kaum sprengen werde. Entsprechend glaubt Analyst Thorsten Wenzel, dass die Gewinnziele bei den Unternehmen immer noch in Reichweite liegen.

Es müsse zwar davon ausgegangen werden, dass auch Swiss Re Schäden aus dem Hurrikan Matthew zu tragen haben werde, schreibt Georg Marti, Analyst bei der ZKB. Ausgehend von einer groben Annahme eines Marktanteils von rund 10% dürfte der Schaden rund 400 bis 600 Mio USD betragen, es könnte jedoch gut auch weniger sein. Solche Naturkatastrophenschäden seien von Swiss Re gut verkraftbar: Sie würden auch weiterhin in das aktuelle Naturkatastrophenbudget passen, das damit noch nicht ausgeschöpft sei. Marti geht zudem davon aus, dass der geplante Aktienrückkauf durch Matthew nicht gefährdet ist.

Swiss Re selbst wollte auf Anfrage AWP zu den Schäden keine Angaben machen. Dazu sei es noch viel zu früh, sagte eine Sprecherin. Der Rückversicherer sei noch daran, die Schäden zu eruieren.

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(AWP)