Swiss-Re-Aktien nach Quartalszahlen gesucht

Die Swiss-Re-Aktien sind am Donnerstag nach der Vorlage der Quartalszahlen deutlich fester in den Handel gestartet. Der Rückversicherer musste zwar aufgrund hoher Kosten für Naturkatastrophen und Sonderfaktoren in der Sparte Life Capital einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, damit hatten die Analysten allerdings gerechnet. Swiss Re übertraf mit dem Gewinnausweis die Markterwartungen sogar noch leicht.
04.05.2017 10:12

Bis um 09.50 Uhr ziehen Swiss Re in einem etwas fester tendierenden Gesamtmarkt (SMI: +0,4%) um 1,7% auf 89,00 CHF an, nachdem sie am Vortag bereits 0,8% dazugewonnen hatten. Seit Jahresbeginn bleiben die Aktien allerdings in der Verlustzone hängen. Die entsprechende Performance beläuft sich aktuell auf -7,8%.

Die Swiss Re habe das erste Quartal solide abgeschlossen, schreibt Georg Marti von der ZKB. Schliesslich lasse sich der Gewinnrückgang durch den hohen Schadenaufwand aus dem Wirbelsturm Debbie sowie mit dem Wegfall von Sondergewinnen aus dem Vorjahr in der Sparte Life Capital erklären. Anlageseitig zeige der Rückversicherer derweil weiterhin eine gute Entwicklung, während die Nichtlebenrückversicherung von einem unvorteilhaften Marktumfeld geprägt bleibe.

Die Eigenkapitalrendite sei im Quartal mit 7,5% zwar etwas hinter die firmeneigene Zielvorgabe zurückgefallen, doch habe Swiss Re mit dem Quartalsausweis dennoch die Markterwartungen leicht übertroffen, meint auch Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Gleichzeitig könne sich der Rückversicherer auf eine nach wie vor "sehr starke" Solvenz stützen, was mit Blick auf künftige Dividendenausschüttungen eine gute Nachricht sei.

Swiss Re sei die am besten kapitalisierte Versicherungen, und die Gesellschaft dürfte das attraktive Kapitalmanagement mit hohen Dividenden gepaart mit Aktienrückkäufen beibehalten, heisst es bei Baader Helvea. Somit bleibe das Papier eine völlig intakte Cash-Return-Story und ziehe somit die Aufmerksamkeit einkommensorientierter Investoren auf sich.

Vorsichtigere Töne schlägt der für die UBS-Investmentbank tätige Experte an. Seines Erachtens deckt sich der Quartalsgewinn auf Konzernebene mit den Erwartungen. Doch auch er räumt ein, dass sich das Unternehmen im Sachrückversicherungsgeschäft und im Bereich CorSo überraschend gut geschlagen habe. Bei Alliance Bernstein ist derweil von einem "weitestgehend im Rahmen der Erwartungen" liegenden ersten Quartal die Rede. Mit grösserem Anpassungsbedarf bei den bankeigenen Annahmen rechnet man bei der amerikanischen Investmentbank daher nicht.

Händler gehen davon aus, dass die Swiss Re-Aktien den schweren Dividendenabgang von Ende April noch nicht ganz verdaut haben. Bereits am Tag vor der Quartalsergebnispräsentation seien die Titel noch von Umschichtungen innerhalb des Schweizer Versicherungssektors angetrieben worden und nun komme es zu Anschlusskäufen, heisst es. Zumindest seien auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes keine weiteren Abwärtsrevisionen bei den diesjährigen Konsensschätzungen zu erwarten, so der Tenor.

mk/rw

(AWP)