Swiss Re-Aktien verlieren mit enttäuschenden Zahlen - Ausschüttung wird begrüsst

Die Aktien von Swiss Re sind am Donnerstag nach der Vorlage der Jahreszahlen mit deutlichen Abschlägen in den Handel gestartet, büssen nun aber nur noch rund 1% ein. Der Rückversicherer hat mit dem Gewinn die Vorgaben der Analysten im Schlussquartal nicht erreicht. Begrüsst werden hingegen die kräftige Dividendenerhöhung und auch die erneut geplanten Aktienrückkäufe.
23.02.2017 09:41

Bis um 09.25 Uhr büssen Swiss Re 1,0% auf 92,05 CHF, nachdem sie zu Handelsbeginn noch mit einem Minus von 2% in den Tag gestartet sind. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert aktuell mit 0,09% leicht tiefer.

Swiss Re hat für 2016 ein gemischtes Zahlenset vorgelegt. Analysten begrüssen zwar die höher als erwartet ausgefallenen Prämieneinahmen. Insbesondere in der Nichtleben-Rückversicherung lagen diese im Schlussquartal über den Erwartungen. Demgegenüber zeigten sich die Experten aber von der Gewinnentwicklung enttäuscht. Für die Differenz zwischen den effektiven Zahlen und den Konsensschätzungen werden das Leben-Rückversicherungsgeschäft sowie der Bereich Life Capital verantwortlich gemacht.

Aber auch das Ergebnis bei Corporate Solutions sei stark von Preisdruck und hohen Kosten aus sogenannten Man-Made-Katastrophen belastet worden, schreibt die Bank Bernstein. Dies habe im vierten Quartal sogar zu einem Verlust geführt. Derweil habe der Zinsanstieg in den USA den Verlust bei Life Capital auf ein höher als erwartetes Niveau geführt, heisst es im Kommentar weiter.

Von einem durchwachsenen Schlussquartal ist bei Baader Helvea die Rede. Die letzten drei Monate des Jahres seien von Nachreservierungen im Bereich Corporate Solutions und Derivatverlusten im Bereich Life Capital geprägt gewesen, heisst es.

Der deutliche Rückgang bei den Vertragserneuerungen im Januar zieht ebenfalls kritische Analystenkommentare nach sich. Immerhin sei die Swiss Re in der Erneuerungsrunde sehr diszipliniert aufgetreten und habe kaum Zugeständnisse bei der Preisfestsetzung gemacht, so die Bank Vontobel. Die für 2017 um allfällige Grossschäden bereinigte Schätzung zur Combined Ratio von 100% liege zwar über früheren Werten, das sei aber in etwa so erwartet worden, ergänzt Jefferies.

Die Eigenkapitalbasis wird von Experten hingegen als sehr stark bezeichnet und die in Aussicht gestellte Kapitalrückführung an die Aktionäre wird allgemein begrüsst. Allerdings hatten sich die Analysten im Vorfeld der Zahlenpublikation bereits auf eine Erhöhung der Dividende in den Bereich 4,85 CHF je Titel sowie auf ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Mrd CHF eingestellt.

Händlern zufolge hatten die Aktien von Swiss Re in den Wochen vor der Ergebnisveröffentlichung über weite Strecken einen schweren Stand. Mit dem Abschluss des Aktienrückkaufprogramms sei eine wichtige Stütze weggefallen, so heisst es. Doch auch die durchwachsenen Zahlenkränze der beiden Rivalen Munich Re und Hannover Re erwiesen sich zuletzt als belastend. Trotz der grosszügigen Dividende und der milliardenschweren Neuauflage des Aktienrückkaufprogramms hatten Beobachter mit einer negativen Kursreaktion gerechnet.

mk/gab

(AWP)