Swiss Re erzielt im ersten Quartal weniger Gewinn - Zyklon Debbie belastet

Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal 2017 weniger verdient als noch vor Jahresfrist. Der Gewinn ist in den ersten drei Monaten auf 656 Mio USD zurückgegangen von zuvor 1,23 Mrd, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilt. Das Ergebnis belastet haben unter anderem die Kosten im Umfang von geschätzten 350 Mio, die der australische Zyklon Debbie im März verursacht hatte.
04.05.2017 07:30

Auf Gruppenebene erreichte Swiss Re auf dem Eigenkapital von 35,1 Mrd USD (VJ 34,8 Mrd) eine Rendite von annualisiert 7,5% (14,6%). Dies zeige, dass die Gruppe auch unter schwierigen Bedingungen mit Preisdruck, Niedrigzinsen und Naturkatastrophenschäden in der Lage sei, positive Renditen zu erzielen, heisst es weiter. Die annualisierte Rendite auf Kapitalanlagen (ROI) betrug 3,4% nach 3,7% im Vorjahr.

Die gebuchten Bruttoprämien sind um knapp 11% auf 10,2 Mrd USD zurückgegangen. Swiss Re verfolge weiterhin eine disziplinierte Zeichnungspolitik, heisst es dazu. "Wir haben auf den anhaltenden Preisdruck in unserer Branche entschieden reagiert, indem wir unrentable Geschäftsbedingungen nicht akzeptiert haben", wird CEO Christian Mumenthaler in der Mitteilung zitiert. Zu den verdienten Prämien werden im Q1 sowie im Q3 keine Angaben mehr gemacht.

Das wichtigste Standbein, die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C Re), litt unter den höheren Naturkatastrophenschäden und so verschlechterte sich die Combined Ratio um 2,3 Prozentpunkte auf 93,3%. Im Erstversicherungsgeschäft für Unternehmenskunden, der Sparte Corporate Solutions, kletterte die Kennzahl gar bis auf 99,6% (VJ 90,4%).

In der Sparte Life&Health (L&H) weist Swiss Re einen Gewinn von 193 Mio USD nach 244 Mio in der Vorjahresperiode aus. Bei Life Capital nahm das Ergebnis auf 73 Mio (321 Mio) deutlich ab, nach einmaligen Bewertungsgewinnen im vergangenen Jahr.

Mit den Kennzahlen zum ersten Quartal hat die Swiss Re die Vorgaben der Analysten übertroffen. Den Gewinn hatten die Analysten im Durchschnitt (AWP-Konsens) bei 639 Mio USD, die Combined Ratio P&C bei 99,0% und jene von Corporate Solutions bei 101,6% erwartet.

In der April-Erneuerungsrunde, in der die Vertragserneuerungen in Asien im Vordergrund stehen, nahm das Volumen des zu erneuernden Geschäfts um 2% ab. Dabei habe sich die Preisqualität weiterhin auf attraktivem Niveau von 101% bewegt, so die Mitteilung.

Wie bereits angekündigt, wird die Swiss Re ab dem heutigen Tag erstmals für ein Zwischenquartal (Q1, Q3) nur noch die wichtigsten Eckwerte der Gruppe und zu den vier Sparten (P&C Re, L&H Re, Corporate Solutions und Life Capital) in einer Medienmitteilung kommunizieren. Auf die Veröffentlichung von ausführlicheren Quartalsberichten und Investorenpräsentationen wird verzichtet.

mk/rw/ra

(AWP)