Swiss Re erzielt weniger Gewinn, übertrifft aber Erwartungen - Aktienrückkauf

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
03.11.2016 08:30

Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet einen tieferen Gewinn erzielt, die Marktvorgaben hat die Gruppe jedoch übertroffen. Am morgigen Freitag startet das bereits in Aussicht gestellte Aktienrückkaufprogramm.

Der Gewinn der Swiss Re ging in den Monaten Juli bis September auf 1,18 Mrd USD nach zuvor 1,40 Mrd zurück, wie die Gruppe in der Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Der Rückgang ist auf das kaum von Naturschäden belastete und damit ausserordentlich gute Vorjahresresultat zurückzuführen. Allerdings blieb die Rechnung auch im Berichtsquartal von Schäden aus Naturkatastrophen weitestgehend verschont und Swiss Re konnte erneut Reserven für Geschäft aus früheren Jahren auflösen.

ERNEUT RESERVEN AUFGELÖST

Die Sparte P&C Reinsurance, die Sachrückversicherung, steuerte 678 Mio USD zum Gewinn bei nach einer Milliarde im Vorjahr. Grund dafür seien einige landwirtschaftliche Schäden in Europa sowie die sich abschwächenden Marktbedingungen, heisst es. Die Combined Ratio verschlechterte sich folglich auf 87,9% von rekordtiefen 77,7%, blieb damit aber immer noch deutlich unter der für die Profitabilität des Geschäfts massgeblichen Marke von 100%. Die Reservenauflösungen begünstigten den Wert mit 5,9 Prozentpunkten und die "Nat-Cat-Events" lagen um 9,3 Punkten unter Budget.

Im Bereich Life&Health Reinsurance verzeichnete die Swiss Re einen Gewinn von 218 Mio USD, was weniger ist als im Vorjahr (272 Mio). Im Einzelversicherungsgeschäft Corporate Solutions lag der Gewinn mit 95 Mio leicht über Vorjahr und Life Capital (früher Admin Re) erwirtschaftete 157 Mio gegenüber nur 23 Mio im Vorjahresquartal. Den Ergebnissprung bei Life Capital begründet Swiss Re mit der günstigen Entwicklung der Kapitalanlagen und höheren realisierten Kapitalgewinnen.

Das Eigenkapital wird per Ende September mit 37,4 Mrd USD, nach 35,8 Mrd Mitte Jahr beziehungsweise 32,4 Mrd Ende 2015 ausgewiesen. Die Rendite auf Kapitalanlagen belief sich auf Jahresbasis 3,5% nach 3,2% im 2015. Im Laufe des Quartals habe man Aktienpositionen reduziert und daraus Kapitalgewinne realisiert, so CFO David Cole in einer Videoanalyse.

PROFITABLES WACHSTUM

Topline sind die verdienten Prämien und Gebühreneinnahmen im dritten Quartal über Erwarten stark auf 8,60 Mrd (VJ 7,85 Mrd) geklettert, wobei alle Segmente zum Anstieg beigetragen hätten. In den ersten neun Monaten wuchs Swiss Re dank grosser massgeschneiderter Transaktionen um 9,6% auf 24,7 Mrd (+12% in LW) und der Gewinn belief sich auf 3,04 Mrd nach zuvor 3,66 Mrd.

CEO Christian Mumenthaler will mit Swiss Re auch in Zukunft profitabel wachsen, wie es in der Mitteilung heisst. Dabei setze man weiterhin auf ein diszipliniertes Underwriting und die differenzierte Marktstellung der Gruppe.

Die annualisierte Eigenkapitalrendite liegt nach neun Monaten mit 11,6% (VJ 14,5%) weiterhin über der Zielvorgabe (Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen plus mindestens 700 Basispunkte). Auch die einzelnen Segmente liegen mit der Rendite zumeist auf Zielkurs: P&C Re erreichte 16,1% (Ziel: 10-15%), L&H Re 12,5% (10-12%) und Life Capital 14,5% (6-8%). Nur Corporate Solutions weist mit einem RoE von 8,6% (10-15%) noch Aufholpotential auf.

AKTIENRÜCKKAUF STARTET

Am guten Geschäftsverlauf lässt Swiss Re auch die Aktionäre teilhaben. Am morgigen 4. November startet das von den Aktionären bereits an der letzten Generalversammlung genehmigte Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 1 Mrd CHF. Damit will sie "nicht anderweitig benötigtes" Kapital an die Aktionäre zurückführen.

Sowieso sei Swiss Re gut kapitalisiert und das Solvenz-Ratio liege nach wie vor komfortabel über dem selbst gesetzten Risiko-Toleranzwert, so Cole weiter. Zudem dürfte die von der Finanzmarktaufsicht (Finma) im Swiss Solvency Test vorgesehenen Anpassungen einen positiven Einfluss auf die SST-Quote der Swiss Re haben.

mk/tp/ra

(AWP)