Swiss Re im zweiten Quartal mit rückläufigem Gewinn - Naturereignisse belasten

Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal 2016 erwartungsgemäss wegen höherer Kosten für Naturkatastrophen ein gegenüber dem Vorjahr klar tieferes Ergebnis erzielt. Der Gewinn steht bei 637 Mio USD nach 820 Mio USD in der Vorjahresperiode, teilt Swiss Re am Freitag mit.
29.07.2016 07:23

Topline ist Swiss Re gewachsen: Die verdienten Prämien der Gruppe nahmen auf 8,18 Mrd von 7,14 Mrd zu. Wachstumstreiber war die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C), wo die Nettoprämien laut den Angaben vor allem aufgrund grosser und massgeschneiderter Transaktionen in den USA und Europa auf 4,1 Mrd angewachsen sind.

Allerdings verschlechterte sich die Combined Ratio in der P&C-Sparte um knapp 8 Prozentpunkte auf 101,0%. Belastet hätten Unwetterkosten in Europa und den USA sowie im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe im kanadischen Fort McMurray oder den Erdbeben in Japan und Ecuador. Die Belastung wird insgesamt auf rund 350 Mio USD geschätzt.

Im zweitgrössten Teil Life&Health (L&H) nahm das Ergebnis auf 173 Mio USD (VJ 277 Mio) ab bei einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Eigenkapitalrendite von 10,1% (Ziel: 10-12%). Im Erstversicherungsgeschäft Corporate Solutions verschlechterte sich die Combined Ratio stark auf 112,7% gegenüber 97,3% im Vorjahr.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe im zweiten Quartal eine annualisierte Rendite von 3,7% nach 4,2% in der Vorjahresperiode. Das Eigenkapital stieg seit Jahresbeginn um 3,4 Mrd auf 35,8 Mrd USD. Die annualisierte Eigenkapitalrendite wird mit 7,2% (VJ 9,5%) angegeben.

Die Swiss Re hat mit den Quartalszahlen die Vorgaben der Analysten mit dem Gewinn und dem Prämienvolumen übertroffen, lag aber mit den Angaben zu der Combined Ratio dahinter zurück. Im Vorfeld wurde im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Gewinn von 594 Mio USD und verdienten Prämien von 7,58 Mrd gerechnet. Das Combined Ratio für P&C wurde bei 99,7% und für Corporate Solutions bei 98,8% erwartet.

CEO Christian Mumenthaler spricht in der Mitteilung von einem "soliden Ergebnis", das von einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, höheren Schäden infolge von Naturkatastrophen und gemeldeten Grossschäden in Corporate Solutions geprägt war. Das Umfeld werde unter anderem wegen der tiefen Zinsen anspruchsvoll bleiben.

In der Juli-Erneuerungsrunde, wo Verträge in Nord- und Südamerika im Vordergrund stehen, nahm das Volumen des zu erneuernden Geschäfts um 10% zu. Dabei habe sich die Preisqualität weiterhin bei 102% bewegt, so die Mitteilung. Der Preisrückgang im Sachgeschäft setze sich fort, weshalb die Naturkatastrophenkapazität in bestimmten Segmenten reduziert worden sei.

mk/rw

(AWP)