Swiss Re im zweiten Quartal mit rückläufigem Gewinn - Naturereignisse belasten

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
29.07.2016 08:59

Zürich (awp) - Der Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal 2016 erwartungsgemäss wegen höherer Kosten für Naturkatastrophen ein gegenüber dem Vorjahr ein tieferes Ergebnis erzielt. Darunter haben insbesondere die Sachrückversicherung und das Versicherungsgeschäft der Sparte Corporate Solutions gelitten. Im Volumen ist die Gruppe aber in einem schwierigen Umfeld gewachsen.

Der Gewinn der Swiss Re belief sich im zweiten Quartal auf 637 Mio USD nach 820 Mio USD in der Vorjahresperiode, teilte Swiss Re am Freitag mit. Damit wurden jedoch die Analystenvorgaben übertroffen. Im Halbjahr weist die Gruppe einen Gewinn von 1,87 Mrd (-17%) aus.

Auf der Topline ist Swiss Re gewachsen: Die verdienten Prämien der Gruppe nahmen im Berichtsquartal auf 8,18 Mrd UDS von 7,14 Mrd zu. Wachstumstreiber war die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C), wo die Nettoprämien laut den Angaben vor allem aufgrund grosser und massgeschneiderter Transaktionen in den USA und Europa auf 4,1 Mrd (3,5 Mrd) angewachsen sind.

HOHE KATASTROPHENBELASTUNG

Allerdings verschlechterte sich die Combined Ratio in der P&C-Sparte um rund 8 Prozentpunkte auf 101,0%. Belastet hätten Unwetterkosten in Europa und den USA sowie im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe im kanadischen Fort McMurray oder den Erdbeben in Japan und Ecuador.

Die Schadenbelastung wird in der Sparte auf rund 350 Mio USD geschätzt bzw. auf 4,6 Punkte in der Combined Ratio. Im Gegenzug wurde diese für die Branche wichtige Kennzahl von Reservenauflösungen zu Geschäft aus früheren Jahren mit 5,5 Punkten begünstigt. Der P&C-Gewinn nahm um 39% auf 283 Mio ab und die Eigenkapitalrendite sank um knapp 5 Punkte auf 9,4%.

Im zweitgrössten Teil Life&Health (L&H) nahm das Ergebnis auf 173 Mio USD (VJ 277 Mio) ab bei einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Eigenkapitalrendite von 10,1% (Ziel: 10-12%). Dabei haben Gewinnrealisierungen aus dem Verkauf von Kapitalanlagen gestützt. Die Nettoprämien legten um 13% auf 2,9 Mrd zu, auch dank erfolgreicher Vertragserneuerungen in China und Australien.

Im Erstversicherungsgeschäft Corporate Solutions verschlechterte sich die Combined Ratio stark auf 112,7% gegenüber 96,6% im Vorjahr. Unter dem Strich resultierte gar ein Verlust von 25 Mio USD nach einem Gewinn von 76 Mio. Belastend hätten hier zwei grosse Man-Made-Schäden gewirkt, hiess es. Die Prämieneinnahmen blieben stabil bei gut 1 Mrd.

Einen starken Gewinnanstieg verzeichnete Swiss Re in der Sparte Capital Life. Der Gewinn nahm im Quartal auf 248 Mio USD von zuvor 42 Mio zu. Der Grund dafür sei das gute Anlageergebnis, vor allem aus dem übernommenen Guardian-Portfolio, heisst es.

SOLIDE KAPITALISIERT

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe im zweiten Quartal eine annualisierte Rendite von 3,7% nach 4,2% in der Vorjahresperiode. Das Eigenkapital stieg seit Jahresbeginn um 3,4 Mrd auf 35,8 Mrd USD, womit sich die Gruppe gut kapitalisiert sieht. Die annualisierte Eigenkapitalrendite wird mit 7,2% (VJ 9,5%) angegeben.

CEO Christian Mumenthaler spricht in der Mitteilung von einem "soliden Ergebnis", das von einem schwierigen makroökonomischen Umfeld, höheren Schäden infolge von Naturkatastrophen und gemeldeten Grossschäden in Corporate Solutions geprägt war. Das Umfeld werde unter anderem wegen der tiefen Zinsen anspruchsvoll bleiben.

WACHSTUM MIT VERTRAGSERNEUERUNGEN

In der Juli-Erneuerungsrunde, wo Verträge in Nord- und Südamerika im Vordergrund stehen, nahm das Volumen des zu erneuernden Geschäfts um 10% auf 3,0 Mrd USD zu. Dabei habe sich die Preisqualität weiterhin bei 102% bewegt, so die Mitteilung.

Der Preisrückgang im Sachgeschäft setze sich fort, weshalb die Naturkatastrophenkapazität in bestimmten Segmenten reduziert worden sei, unter anderem für US-Hurrikane. Wir glauben nicht, dass die etwas höhere Schadenlast im zweiten Quartal signifikante Veränderungen in der Preisentwicklung auslösen wird", sagte Finanzchef David Cole. Immerhin gebe es eine gewisse Stabilisierung, was den Preisrückgang angeht.

mk/tp

(AWP)