Swiss Re rutscht in die Verlustzone - Aktienrückkauf wird lanciert

(Meldung ausgebaut) - Die Swiss Re weist für die ersten neun Monaten wie erwartet einen Verlust aus. Das hat sich angedeutet, nachdem der Rückversicherer vor rund zwei Wochen angekündigt hatte, dass sich die Kosten für die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" sowie für zwei Erdbeben in Mexiko auf rund 3,6 Mrd USD belaufen könnten. Trotz dieser rekordhohen Belastung bleibt die Swiss Re gut kapitalisiert und wird am morgigen Freitag das von den Aktionären genehmigte Aktienrückkaufprogramm starten.
02.11.2017 08:11

Der Verlust beläuft sich nach neun Monaten auf Gruppenebene auf 468 Mio USD, nachdem der Konzern im vergangenen Jahr noch einen Gewinn in Höhe von 3,04 Mrd erwirtschaftet hatte. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) ein etwas grösseres Minus von 558 Mio erwartet. Ursache für den Ergebnisrückgang waren laut Mitteilung vom Donnerstag in erster Linie die bereits kommunizierten erwarteten Schadenforderungen.

HOHE SCHADENBELASTUNG

Insgesamt erwartet Swiss Re infolge Naturkatastrophen Schadenforderungen in Höhe von rund 4,0 Mrd USD. Davon entfallen rund 3,0 Mrd auf P&C Re und rund 1,0 Mrd auf Corporate Solutions. Entsprechend wirken sich die hohen Belastungen auch auf die Entwicklung der Combined Ratio aus. In der Rückversicherung hat sie sich auf 114,1% von zuvor 93,8% verschlechtert und der Spartenverlust beläuft sich auf 652 Mio.

Auch die auf das Erstversicherungsgeschäft für Grossunternehmen fokussierte Sparte Corporate Solutions bleibt von den Katastrophen nicht verschont. Die Combined Ratio beläuft sich hier auf sehr hohe und damit schwache 142,6% nach 99,3% in der Vorjahresperiode bei einem Verlust von 762 Mio USD. Das Kapital der Sparte wird mit 1 Mrd USD gestärkt. Damit unterstreiche man das Commitment, heisst es.

In ruhigen Bahnen verläuft das Life&Health-Geschäft, wo der Gewinn dank eines positiven Zeichnungsergebnisses und einer guten Anlageperformance um 17% auf 741 Mio USD zunahm. In der Sparte Life Capital, wo grösstenteils übernommene Lebensversicherungsbestände abgewickelt werden, generierte Swiss Re liquide Mittel im Umfang von 789 Mio (VJ 364 Mio). Im Oktober hat sich der japanische Versicherungskonzern MS&AD an der Tochter ReAssure beteiligt, was den Spielraum für künftige Akquisitionen vergrössere.

RÜCKLÄUFIGE PRÄMIENEINNAHMEN

Auf Gruppenebene hat sich Swiss Re beim Zeichnen von Geschäft zurückhaltend gezeigt und so sind die gebuchten Bruttoprämien um 5,1% auf 26,7 Mrd USD gesunken. Insbesondere in der Rückversicherung ging das Volumen stark um 13% zurück. Man habe an der disziplinierten Underwriting-Strategie festgehalten und dafür angemessene Preise für ihren Versicherungsschutz sichergestellt, heiss es. Bei L&H Re nahmen die Prämien dagegen um 1,4% zu.

Derweil liegt das Eigenkapital per Ende September bei 32,8 Mrd nach 34,4 Mrd Ende 2016. Die Eigenkapitalrendite wird mit annualisiert -1,9% (VJ 11,6%) angegeben. Und mit den Kapitalanlagen erreichte die Gruppe eine Rendite von 3,5% (3,6%).

AKTIENRÜCKKAUF - MARKTCHANCEN NUTZEN

"Wir sind bestens gerüstet, die hohen Schäden zu absorbieren", wird CEO Christian Mumenthaler in der Mitteilung zitiert. Und die Gruppe sei weiterhin in der Lage, Überschusskapital an die Aktionäre zurückzuführen, ergänzt Finanzchef David Cole. Swiss Re lanciert das im Frühling angekündigte und von den Aktionären genehmigte Aktienrückkaufprogramm noch am (morgigen) Freitag. Wie geplant sollen Aktien im Umfang von bis zu 1,0 Mrd CHF zurückgekauft werden.

"Zugleich sind wir überzeugt, über genug Finanzkraft zu verfügen, um auf potenzielle Entwicklungen im Markt gezielt reagieren zu können", meint Mumenthaler. Nach den hohen Kosten für die Versicherungsindustrie im laufenden Jahr zeichnet sich an der Preisfront eine Wende ab, nach jahrelangem Preisdruck könnten sie 2018 anziehen.

"Meiner Meinung nach war das Marktumfeld für viele Geschäftssparten nicht nachhaltig. Wir erwarten, dass sich die Preisbedingungen verbessern", so der CEO. Swiss Re sei gut positioniert, Marktchancen zu nutzen. Dabei werde man sich weiter darauf konzentrieren, langfristig Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.

mk/ra

(AWP)