Swiss Re schreibt weniger Gewinn - Weiteres Aktienrückkaufprogramm geplant

Die Swiss Re hat im Jahr 2016 verglichen mit dem starken Vorjahresergebnis weniger verdient. Der Reingewinn des Rückversicherers sank auf 3,56 Mrd USD nach 4,60 Mrd, wobei sich die Schadenlast aus Katastrophenereignissen im Jahr 2015 auf einem sehr tiefen Niveau bewegt hatte.
23.02.2017 07:22

Dies führte dazu, dass sich die Combined Ratio in der Hauptsparte Sachrückversicherung (P&C Reinsurance) um 7,8 Prozentpunkte auf 93,5% und im Erstversicherungsgeschäft für Grosskunden (Corporate Solutions) um 7,9 Punkte auf 101,1% verschlechtert hat.

Weiter weist die Swiss Re auf Gruppenebene verdiente Prämien im Umfang von 33,2 Mrd USD nach zuvor 30,2 Mrd aus. Der Anstieg sei in ausgewählten Märkten und Geschäftssparten und vor allem dank grosser und massgeschneiderter Transaktionen erzielt worden, so die Mitteilung. Währungsbereinigt wäre das Volumen gar um 12,1% gewachsen.

In der Bilanz nahm das Eigenkapital auf 34,5 Mrd USD von 32,4 Mrd zu und die Eigenkapitalrendite lag mit 10,6% über der Zielvorgabe, aber unter dem Vorjahreswert von 13,7%. Swiss Re strebt über den Versicherungszyklus eine Eigenkapitalrendite an, welche die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um mindestens 700 Basispunkte übersteigt.

Mit den Kennzahlen hat die Swiss Re die Vorgaben der Analysten bei Reingewinn leicht und beim Eigenkapital etwas klarer verfehlt, lag aber mit den restlichen Zahlen zumeist im Rahmen der Erwartungen. Für den Reingewinn hatte sich im Vorfeld der Zahlenpublikation ein AWP-Konsens von 3,72 Mrd USD errechnet. Die Erwartungen an die verdienten Prämien betrugen 33,2 Mrd und an das Eigenkapital auf 36,3 Mrd.

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat an der kommenden Generalversammlung die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende im Umfang von 4,85 CHF je Aktie vor. Im Vorjahr hatte die Swiss Re 4,60 CHF Dividende bezahlt. Mit Blick auf die ordentliche Dividende hatten Analysten mit einer Ausschüttung in Höhe von 4,82 CHF gerechnet.

Neben der Dividende plant die Swiss Re auch künftig, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Der Verwaltungsrat schlägt deshalb ein neues Aktienrückkaufprogramm im Anschaffungswert von bis zu 1,0 Mrd CHF vor, das bis zur Generalversammlung 2018 durchzuführen ist. Bedingung sei, dass überschüssiges Kapital zur Verfügung stehe, Grossschäden ausblieben und sich keine anderweitigen Geschäftsmöglichkeiten böten, die den strategischen und finanziellen Zielen von Swiss Re gerecht werden, so die Mitteilung.

An den ab 2016 geltenden Finanzzielen hält die Swiss Re fest. In der Einheit P&C Re und Corporate Solutions werden Renditen zwischen 10 und 15% erwartet. Im Life&Health-Teil soll die Rendite zwischen 10 und 12% zu liegen kommen und bei Life Capital in einer Bandbreite 6 und 8%. Gleichzeitig will die Gruppe das ökonomische Eigenkapital je Aktie weiterhin jährlich um 10% steigern.

In der Januar-Erneuerungsrunde hat Swiss Re in dem von Preisdruck geprägten Umfeld Vorsicht walten lassen. Insgesamt seien von dem zu erneuernden Volumen von 10,3 Mrd USD lediglich 8,5 Mrd neu gezeichnet worden. Dies entspricht einem Rückgang von 18%. Die risikobereinigte Preisqualität sank leicht von 102% auf 101%, übertraf aber die Rentabilitätskriterien der Gruppe.

Mit der Publikation der Jahreszahlen gibt Swiss Re zudem die Ernennung von Edouard Schmid als neuen Group Chief Underwriting Officer bekannt. Er folgt auf Matthias Weber, der sich entschieden hat, nach 25-jähriger Tätigkeit bei Swiss Re per 30. Juni 2017 zurückzutreten und ein neues Kapitel in seinem Leben zu beginnen.

Der Generalversammlung vom 21. April 2017 werden der Novartits Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt und Jay Ralph und als neue, nicht exekutive und unabhängige Verwaltungsratsmitglieder zur Zuwahl vorgeschlangen. Jay Ralph war bis vor kurzem Mitglied des Vorstands der Allianz SE und Präsident bei Allianz Asset Management.

mk/gab

(AWP)