Swiss Re setzt eingeschlagenen Kurs fort und investiert weiter in die Forschung

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
02.12.2016 08:39

Zürich (awp) - Die Swiss Re hält am eingeschlagenen strategischen Kurs und den vor Jahresfrist angepassten Zielen fest. Das Kapital will die Gruppe weiterhin dort investieren, wo sie Chancen auf langfristig profitables Wachstum sieht. Und um Wettbewerbsvorteile zu schaffen, sind verstärkt auch Investitionen in die Forschung&Entwicklung (F&E) sowie in die Technologie geplant. An die Aktionäre will Swiss Re nach Möglichkeiten höhere Dividenden ausschütten und weiteres Überschusskapital zurückführen.

"Wir sind entschlossen, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen", wird CFO David Cole in der Mitteilung zum Investorentreffen vom Freitag zitiert. "In den letzten zehn Jahren erzielten wir eine Eigenkapitalrendite von mehr als 11% und ein ökonomisches Eigenkapital von über 14%". Das stimme zuversichtlich, erneut eine starke Performance über den gesamten Zyklus hinweg zu erreichen.

In der Guidance orientiert sich Swiss Re weiterhin an dem im vergangenen Jahr kommunizierten und über den Versicherungszyklus geltenden Renditeziel. Demnach soll die Eigenkapitalrendite um mindestens 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz, gemessen an zehnjährigen US-Staatsanleihen liegen. Das ökonomische Eigenkapital (ENW) je Aktie will die Swiss Re jährlich um 10% steigern. In den Sparten P&C Re (Sachrückversicherung) und Corporate Solutions werden Renditen zwischen 10 und 15%, im Life&Health-Teil von 10 bis 12% bewegen und bei Life Capital zwischen 6 und 8% angestrebt.

KAPITALBASIS IM FOKUS

Das Fundament der Gruppe bilde eine starke Kapitalbasis, heisst es weiter. Die Kapitalausstattung gehöre zu den höchsten in der Branche, so Cole. Diesen hohen Standard will der Rückversicherer in Zukunft verteidigen, während die Höhe der ordentlichen Dividende entsprechend der langfristigen Ertragsentwicklung gesteigert oder zumindest gehalten werden soll.

Die Swiss Re setzt Kapital weiterhin dort zum Ausbau des Geschäfts ein, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt werden. In vielen Regionen der Welt - insbesondere in Entwicklungsmärkten - sei die Versicherungsdeckung immer noch gering und diese Deckungslücken gelte es mit neuen Technologien und effizienteren und günstigeren Angeboten zu schliessen. Derweil sei man auch bestrebt, weiteres Überschusskapital an die Aktionäre zurückzuführen.

CHANCEN MIT GROSSVERTRÄGEN

Geschäftschancen sieht die Gruppe in der Differenzierung im Rückversicherungsgeschäft, die massgeschneiderte Angebote mit Kunden-Interaktion verbinde. Damit sollen höhere Margen generiert werden. Die Prämien aus Vertragserneuerungen mit grossen Transaktionen seien im Segment Property&Casualty Re im laufenden Jahr bis Oktober um 81% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 gestiegen, heisst es. Aber auch das Life&Health Re-Geschäft weise ein sehr gutes operatives Ergebnis auf und es sei weiteres Wachstum zu erwarten.

Gleichzeitig habe Swiss Re im Rahmen eines disziplinierten Underwriting-Ansatzes die Prämieneinnahmen im konventionellen Geschäft, wo Preisdruck herrscht, in den ersten zehn Monaten um 4% gesenkt. Insgesamt sei in der Rückversicherungssparte davon auszugehen, dass das Wachstum in L&H Re das schwächere Ergebnis in P&C Re ausgleichen kann. Beide Segmente konzentrieren sich weiterhin auf grosse und massgeschneiderte Transaktionen, die eine höhere Rentabilität versprechen.

Im Einzelversicherungsgeschäft Corporate Solutions setzt Swiss Re weiterhin auf diszipliniertes Zeichnen von Geschäft. Dabei würden Kapazitäten in Geschäftssparten verringert, in denen die Preise auf ein nicht mehr tragbares Niveau gefallen seien. Heute bedient Corporate Solutions die Kunden mit 55 Vertretungen in 21 Ländern.

Die Sparte Life Capital, die früher Admin Re hiess, sei im britischen Markt stark präsent und schaue auch laufend nach Gelegenheiten zur Übernahme von geschlossenen und offenen Leben- und Krankenversicherungsbeständen auf dem europäischen Kontinent um.

INVESTITIONEN IN TECHNOLOGIEN

Swiss Re tätige erhebliche F&E-Investitionen, so etwa in e-Tools wie Magnum Mobile. Dabei handelt es sich um ein Point-of-Sale-App für Tablets, mit der Versicherungsagenten im Bereich Leben- und Krankenversicherungsprodukte Kundendaten erfassen und per Fernverbindung einreichen können. In den letzten Jahren seien bei Swiss Re über 500 Anwendungsfälle digitaler Produkte oder Kompetenzen getestet worden.

Weiter kündigte die Gruppe in der heutigen Mitteilung die Gründung des Swiss Re Institute an. Dort sollen viele bestehende Funktionen und Initiativen gebündelt und Forschungspartnerschaften gepflegt werden.

mk/cp

(AWP)