Swiss Re sieht Anzeichen einer Stabilisierung bei den Rückversicherungspreisen

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Rückversicherer Swiss Re sieht bei den Preisen Anzeichen einer Stabilisierung. Nachdem in den vergangenen Jahren die tiefen Zinsen und Kapital alternativer Anbieter auf die Preise gedrückt haben, dürften die nun zu erwartenden hohen Kosten aus Naturkatastrophen im Süden der USA das Preisgefüge stützen.
11.09.2017 08:11

Mit Blick auf die jüngsten Naturkatastrophen sei vor allem in der Sach-Rückversicherung mit stabileren Preisen zu rechnen, schreibt Swiss Re im Vorfeld der am Montagnachmittag geplanten Medienkonferenz anlässlich des Branchentreffens "Les Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo. Im US-Bundesstaat Florida wütet derzeit Hurrikan "Irma" und zuvor hatte Ende August Hurrikan "Harvey" in Texas zu schweren Überschwemmungen geführt.

Im Haftpflichtgeschäft sei aufgrund der derzeitigen Schadenslage mit einer Korrektur im Preisgefüge zu rechnen, so die Swiss Re weiter. Derweil dürften die Preisentwicklungen in den verschiedenen Nischensparten, den sogenannten Specialty Lines, je nach Markt und Geschäft variieren.

Gleichwohl würde das nach wie vor herausfordernde Marktumfeld, welches von tiefen Zinsen und Überschusskapitalien in der Branche geprägt sei, sowohl auf Rück- als auch auf Erstversicherungspreise weiter Druck ausüben. In diesem Umfeld werde Swiss Re wie bis anhin beim Zeichnen von Rückversicherungsgeschäft diszipliniert handeln, um langfristig und nachhaltigen Erfolg zu sichern.

VERSICHERUNGSLÜCKEN AUFDECKEN

Derweil gebe es am Markt eine wachsende Nachfrage nach neuen Rückversicherungslösungen, schreibt Swiss Re weiter. Diese sollen den Kunden beim Bewirtschaften ihrer Portfolios sowie bei der Expansion in neue Segmente und Märkte Unterstützung bieten. Neue Technologien könnten beispielsweise zum besseren Verständnis für die Risiken neuer Geschäftsfelder einen Beitrag leisten.

Gemeinsam mit anderen (Rück-)Versicherern, der B3i-Gruppe, hat Swiss Re in Monte Carlo eine funktionsfähige Beta-Version eines Blockchain-Prototypen für Rückversicherungen vorgestellt. Die Gruppe arbeite weiter an der gemeinsamen Distributed-Ledger-Technologie für Rückversicherungstransaktionen.

Die Versicherungsindustrie mache zudem dank neuer und innovativer Lösungen weitere Fortschritte beim Schliessen von Deckungslücken. Die Überschwemmungen nach Hurrikan "Harvey" sowie jene in Bangladesch, Indien und Nepal hätten aufgezeigt, dass es immer noch grosse Lücken gebe, wird Swiss Re-CEO Christian Mumenthaler zitiert.

Allein im Jahr 2016 seien den Berechnungen des Swiss Re Institute weltweit Naturkatastrophenschäden im Umfang von rund 180 Mrd USD nicht durch Versicherungen gedeckt gewesen. Mit neuen Angeboten könne die Branche besseren und einfacheren Zugang zu Versicherungsschutz anbieten.

mk/yr

(AWP)